Donnerstag, März 20, 2008

Trommeln, Tänze, Träume...

Heute waren wir in der Kasubi High School. Diese besteht aus einer Vor-, Grundschule und einer Haupt- und Realschule sowie einem Gymnasium. Wir wurden herzlich von jeder Klasse mit Liedern, Sprechgesängen und Tänzen begrüßt. Über 1.000 Geschenke fanden neue Besitzer. Nur Kleinigkeiten - aber sie kommen immer gut an. Die Highschool empfing uns danach mit ihrem Chor, der ja schon drei mal in Deutschland tourte. Nach einem „nahrhaftem“ Essen (es gab Reis und Gemüse, Fleisch...) begann unsere Arbeit. Neben Umbauarbeiten, einsortieren einer neuen Bücheranlieferung in der schuleigenen Bibliothek und diversen Malerarbeiten, waren Naemi und Lea in einer 5.Klasse und haben Geographie unterrichtet. Dann waren wieder einige Hausbesuche an der Reihe. Der erste Besuch führte Aaron, Michel, Elias und Donate zu einem neuen Mitglied im TAPP Programm. Die allein erziehende Mutter von 5 Kindern lebt mit 3 ihrer Kinder und ihrer Mutter in einem Raum. Die anderen Kinder sind gesponsert durch das Kinderhilfswerk und leben in einem Internat. Die zweite Mutter ist seit vier Jahren erkrankt und erhält seit zwei Jahren Unterstützung von TAPP. Ihre Kinder gehen nicht zur Schule, denn ihr Mann ist verstorben und deswegen hat die kleine Familie kaum Geld. Die letzte Frau ist auch schon seit einiger Zeit im Programm. Sie hat drei Kinder, wobei ihre älteste Tochter selbst schon Mutter ist. Mit einem Gebet und einer kleinen Unterstützung, konnten wir den schwer erkrankten Frauen einen Augenblick Hoffnung geben. Unter den Tausend Schülern sind manche Patenkinder aus Deutschland, denen wir Geschenke und Grüße überreichen konnten. Es ist beeindruckend, wie diese Hilfe Waisen und Armen hilft eine (Aus)Bildung zu bekommen, die bis in den Universitätsabschluß führen kann. Gerade hier in Kasubi gibt es einige Beispiele dafür. Traurig ist vom Schulleiter zu hören, dass die hälfte seiner Oberstuffe "Patenkinder" sind. Ohne Unterstützung kommen die allermeisten Kinder dieses Landes nicht zu einem anerkannten Schulabschluß. Großartig aber, dass so viele Paten hier in die Bresche springen um den Traum einer vernünftigen Ausbildung wahr werden zu lassen.
Donate

Mittwoch, März 19, 2008

Happy Hippo´s

17.03.2008 Nach einer Woche Arbeit und zwei Wochenenden, ist eine Gruppe von 15 Leuten zur langersehnten Safari aufgebrochen. Es fing mit einer Tortour an – 5h Fahrt im Kleinbus über typisch ugandische Straßen. Man muss sagen, wir sind so richtig durchgeschüttelt worden und haben mal wieder afrikanischen Strassenbau am eigenen Leib erleben dürfen. Dann war es aber endlich soweit – wir waren bei den ersten Tieren, den Nashörnern. Wir konnten bis auf 30m zu Fuß an drei stattliche Tiere (etwas müde waren sie zwar) herangehen und sie fotografieren. Das sollte jetzt für ca. 48h so weiter gehen. Nach einer weiteren guten Stunde Rüttelstrecken, sind wir in den Nationalpark Murchinson Falls eingefahren und wiederum eine Stunde später, waren wir an den Wasserfällen, welche dem Nationalpark seinen Namen gegeben haben. Der Nil stürzt dort 45m in die Tiefe. Da die engste Stelle nur 7m breit ist und da ´ne Menge Wasser durch muss, ist es ein atemberaubender Anblick. Die Strapazen der Reise sind quasi „den Bach runter gegangen“.
Wir sind fasziniert... und es sollte noch besser kommen. Im Camp eingezogen, hat jeder sein Bett bezogen. Die gute Nachricht – die sanitären Anlagen sind vergleichsweise gut! Wir essen gemeinsam und lassen die Eindrücke nochmals Revue passieren. Am Abend kam dann noch ein sehr ungewöhnlicher Besuch ins Camp. Ein ausgewachsenes Nilpferd wollte mal sehen, wie deutsche Touri´s aussehen. Dazu gesellten sich Warzenschweine und Marabus.
18.03. 5:50h – der Wecker klingelt – wir wollen vor Sonnenaufgang mit der Fähre über den Nil kommen, um dann die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Safari zu haben. Zuerst kommt uns der Königsfischer (ein echt toller kleiner bunter Vogel) vor die Linse und dann geht es Schlag auf Schlag: Giraffen, Elefanten, Wasserböcke, Gazellen in verschieden Ausführungen, Antilopen, Wasserbüffel, Hornvögel, Paviane, Warzenschweine, Marabus... . Als Krönung konnten wir auch ein Löwenfamilie aus nächster Nähe beobachten. Es versteht sich – es wurde fleißig fotografiert. Wir denken, die Bilder sprechen für sich: So eine Safari macht am meisten in den Morgenstunden Sinn, da jetzt die Tiere auf Futtersuche gehen. Deshalb auch das frühe Aufstehen. Gegen 11:00 Uhr waren wir wieder zurück im Camp und haben erst mal was gegessen – war auch nötig. Am Nachmittag stand „Kreuzfahrt auf dem Nil“ im Programm, wir fuhren am Ufer entlang Richtung Wasserfall. Es gab richtig was zu sehen, wie z.B. ungezählte Nilpferde, Krokodile, Wasserböcke, Wasserbüffel, Fischadler und verschiedene andere Vögel.

Nach 3 Stunden kamen wir wieder beim Camp an. Der Abend, dass kann man sich sicher vorstellen hatte etwas von Rancherromantik...! 19.03. Morgens gings erneut mit Sonnenaufgang für 3 Stunden auf Safari. Dieser Teil heißt Game drive, d.h. wir sind nochmals in dem Nationalpark auf die Suche nach Tieren gegangen. Auch diesmal war diese Suche von Erfolg gekrönt. Wir hatten sogar Zeit, in Ruhe die Eindrücke der Wildnis auf uns wirken zu lassen. Danach traten wir die Rückreise an, diesmal zum großen Teil auf einer gut ausgebauten Straße (sogar mit Mittelstreifen und Zebrastreifen, wobei beides ignoriert wird!). Um 18.30 Uhr waren wir wieder wohlbehalten in unserem Quartier in Kampala, wo wir von den übrigen, fleißig arbeitenden Gruppenteilnehmern herzlich empfangen wurden. Thomas (auch die Fotos!) & Friedbert

Dienstag, März 18, 2008

Bauen, bauen, bauen...

Heute war ein guter Tag für unsere Arbeitsprojekte:
- Jeff ist zur Zeit dabei einige Fundamente für eine große "Kapelle" an der "Heritage International School" herzustellen. Da die Kirche fast 1000 Leute fassen wird, ist die Aufgabe ziemlich gewaltig. Er hat sie aber, mit Walter und Niko, dennoch gerne angenommen. Wie immer gab es einige Änderungen und Umstellungen bevor so richtig losgelegt werden konnte. Aber heute "fließt" endlich beton - und die Eisenbahnschwellen (Baujahr 1890!) sowie Träger werden das große Dach ein gutes Fundament bereiten. Die Halle soll im Rohbau im Mai stehen (!) und spätestens in 2 Jahren eingeweiht werden. Auf dem Bild seht ihr den Vorbau, der vor ein paar Jahren schon andeutungsweise für den Rest des Baukörpers gebaut wurde. Jetzt wird es endlich fertig gestellt.
Der rest von uns arbeitet fleißig an 4 (!) Projekte an der Naomi-Froese-Schule: - die 3 neuen Nursery-Class Räume sind im Gerippe und Unterbau, bzw. Fundamente bald fertig, wie man es andeutungsweise auf dem Bild sehen kann.
- ein "Kontainer-Bauwerk" entsteht demgegenüber: Zur Zeit sind zwei 40-Fuss Kontainer übereinander und Quer zusammengebaut worden und werden - wenn alles Fertig ist - ein Schulbüro, eine Bibliotek, Wertsachenraum u.a.m. beherbergen. Das Bild oben habe ich vom Dach des 2. Kontainers geknipst. Eine herrliche Aussicht auf das Schulgelände und auf den Viktoria-See. Weitere Bilder werden folgen! - die Dormetory-Erweiterung entsteht inzwischen ebenfalls unterhalb der jetzigen Schulräume. Hier mussten ca. 1,5m tiefe Fundament-streifen für diese drei Gebäude erst einmal gegraben und dann gemauert werden. Das war schwerstarbeit, und hat natürlich Zeit gekostet. Jetzt kommen die Mauern - das wird zügig vorran kommen! Hier arbeiten aber fast ausschließlich unsere afrikanische Freunde.... - ein Fußballplatz soll unterhalb des jetzigen Schulgeländes Entstehen! Wir versuchen krampfhaft an günstige große Stahlröhre zu kommen um endlich Tore für diese vielen begeisterten Fußball-spieler UND -Spielerinnen (!) zu bauen. Mal sehen ...
Natürlich: Die Frusterfahrungen der 3. Welt bekommen wir stets umsonst dazu: Ein Schweißgerät, dass auch nach 3 St. Reperatur- und Überzeugungsversuche immer noch kein Strom hergibt sondern nur "läuft", fehlende Steine, diverse Strombedürfnisse für die Arbeitsgeräte (110 und 220 V.), gesperrte Straßen (Gadaffi ist gerade hier um eine große Moshee einzuweihen), kaputte Fahrzeuge, ein Betonmischer, der nicht mischen will.... Genial finden wir immer, wie unsere Zuarbeiter stets geniale Lösungen für solche Probleme haben, oder einfach manuel zur Tat schreiten und mit Arbeitskraft fehlende Arbeitsgeräte ersetzen.
Es wird 'was!
Hier schließlich noch die Direktorin für alle Schulen in dieser District. "Zufällig" war sie gerade heute auf dem Gelände und ist bereit - natürlich mit Auflagen - der Schule jetzt ihre Anerkennung zuzusprechen. Sie wollte unbedingt, dass ich ein Foto mit Ihr und der Schulleitering, Christine, mache, wo sie das Dokument offiziell übergibt. Es ist schön, dass immer weitere solche Erfolge für die einsatzfreudige Arbeit des Lehrkörpers erfolgen.
Morgen kommen unsere Safari-Leute wieder von der Piste zurück - sicherlich mit vielen vielen Bildern und müden Gliedern von den stundenlangen Autofahrten...

Montag, März 17, 2008

Auf, auf und davon ... zur Safari!

Unsere Jungs und Mädels sind heute um 7 abgezogen zum Tierpark. Sicherlich wird hier bald viel darüber stehen. Nur ein Rest der "Oldtimer" sind hier in Kampala zurückgeblieben und arbeiten weiter an den Projekten. Deswegen heute eine kleine Liste zum Schmunzeln: Franks Notitzen über Colleens Einführungsabend:
"Hier ein paar neue Regeln, die ich in den nächsten drei Wochen ausleben darf!:
- Zeit ist uninteressant
- Es ist erwartet, dass du deine Geschichte erzählst! Dafür ist immer Zeit da!
- Männer die lange Händchen halten sind nett, nicht schwul!
- Männer die ihre Beine übereinander schlagen sind unhöflich; in der Nase popeln ist o.k.!
- Eine schöne Oberweite ist uninteressant, ein dicker Hintern ist sexy!
- Knien ist höfflich!
- Lehne niemals etwas zu Essen ab!
- Auch wenn es heiß ist, ist es schön so eng wie möglich zusammenzusitzen!
- Beziehungen sind wichtiger als die Arbeit fertig zu kriegen !
- Man darf zu Bitten "nein" sagen! Aber wenn du nickst hast du ein Versprechen gemacht und Versprechen werden nicht gebrochen!
- Sei vorsichtig, wenn einer deine Adresse will! Das ganze Dorf wird anrufen!"

Sonntag, März 16, 2008

Gottesdienst im Slum, Mittag im Nobelrestaurant … wie geht das?

Sonntag. Endlich ausschlafen. Frühstück fängt heute erst um 9:00 an. Wie jeden Sonntag teilen wir uns auf zwei Teams auf. Mein Team ist für den Gottesdienst in einer kleinen Kirche in Kisugu verantwortlich. Wieder laufen wir durch einen Slum, durch Hinterhöfe, vorbei an unzähligen Kindern. Angeblich sollen 85% der Menschen in Uganda einigermaßen regelmäßig in den Gottesdienst gehen. Es gibt in dieser 3 Millionenstadt ein Kino und heute sind die Gottesdienste die Attraktion. Wir werden also von knapp 20 schüchternen aber erwartungsvollen Erwachsenen und etlichen Kindern begrüßt. Wir haben uns gerade hingesetzt und schon hat fast jeder von uns Montungus (Weiße) ein Kind auf dem Schoß. Es macht den Kids unheimlich viel Spaß unsere weiße Haut und die Haare an unseren Armen anzufassen.
Die Gemeinde in Kisugu ist ganz neu und deswegen, so sagte man uns, ist unser Besuch hier so wichtig. Man erzählt mir, dass man Schwierigkeiten hatte hier für mich einen Übersetzer aufzutreiben, um mein Englisch einigermaßen Sinngetreu rüberzubringen. Na super!
Das Programm ist typisch Afrikanisch. Immer wieder Freudenschreie der Frauen (hört sich ein bisschen wie ein Wolfschrei an), Gebete, Zeugnisse über Wunder die Gott getan hat, jeder Besucher muss sich einzeln vorstellen und wird laut beklatscht und, wie immer, zwei Kollekten.
Als wir anfangen zu singen, ist von der angeblichen Sprachschwierigkeit und Schüchternheit nichts mehr zu spüren. Das Singen mit Afrikanern versaut mir echt das Worshipleiten im Westen. Nach ein paar Minuten springen und tanzen wir alle über die Bänke.
Ein Gottesdienstelement, dass ich noch nicht kannte, ist das „Marschieren für den Herrn“, wo wir wie Soldaten gemeinsam durch die Kirche stampfen. Von meinem Jesusverständnis eher grenzwertig, war aber lustig.
Ich habe in Deutschland und Kanada schon häufig über soziale Gerechtigkeit, über Jesus Leidenschaft für Gottes neue Welt gepredigt. Wenn du hier über eine Welt redest, wo Schwache nie wieder unterdrückt werden, wo Väter ihre Familien nie wieder verlassen, wo Frauen und Kinder geehrt werden, wo Schönheit kreiert wird. Hier haben diese Worte eine viel tiefere Bedeutung und man spürt die Hoffnung im Raum.
Der Gottesdienst endet mit Geschenken für die Kinder, vielen Umarmungen, allen möglichen Dankesworten und dann wieder ab in den Kleinbus.
Stilbruch!
Mittag ist heute in einer reichen Mall, wo fast nur reiche Inder und Weiße rumlaufen und von Schwarzen bedient werden. Wir essen richtig gut in einem Indischen Restaurant und das Gefühl innerhalb von 20 Minuten direkt aus den Slums hier gelandet zu sein, kann ich nicht richtig beschreiben. Gerade noch habe ich mich wie ein gütiger Sozialarbeiter gefühlt, weil wir ein paar Gummibärchen verteilt haben. ???
Frage des 9. Tages: Was würde ich anders machen, wenn ich für eine längere Zeit in den Slums leben müsste und nicht zurückkönnte in meine komfortable Welt? Wären mir Fragen wie Müllbeseitigung oder Persönliche Hygiene dann noch wichtig?
Frank Bonkowski (Frank schreibt als Pastor für Seine Gemeinde in Bad Segeberg regelmäßig Tagebuch auf ihrer Homepage. Wer weitere Einträge lesen mag, kann sie hier finden: http://www.gegose.de/?page_id=359

Samstag, März 15, 2008

Unsere erste Fahrt aufs Land

Ein voller Freitag wurde von einem vollen „Fahr-Samstag“ mit einer zweiten Verlobungsfeier – dieses Mal auf einem Dorf im westen Ugandas – gefolgt. Wir sind alle ziemlich K.O. und freuen uns auf den recht freien Sonntag morgen – nachdem wir über 8 Stunden heute im Auto saßen. Doch die „Introduction“ war in vielem anders – und sicherlich auch etwas „ärmlicher“ – als die erste: Vielleicht ein zehntel der Geschenke, dafür aber mehr persönliche Elemente und Beiträge – sogar ein Ringtausch mit kurzer Predigt von Colleen. Doch das Paar war sichtlich überwältigt vom Besuch des GANZEN Dorfes sowie 20 Musungos (Weiße) – und das waren wir wirklich (wenigstens die Männer, wie das Bild es deutlich macht!). Dieser Dress ist dem Anlass entsprechend. Übrigens, durch unseren einmaligen Besuch wurde der Brautvater in die oberste Reihe der Dorfältesten aufgenommen. Einer der Würdenträger bemühte sich gleich Deutschland wie Amerika als die beiden „Großmächte“ unsrer gegenwärtigen Welt zu identifizieren, die aber beide von dem Wert der Familie in den Schatten gestellt werden würden…. Es ist enorm wie weit der Afrikaner geht in seinem bemühen durch Höflichkeit seine Gäste sich wohlfühlen zu lassen!
Wohler fühlen wir uns aber heute Nacht erst, nachdem wir unsere durchgerüttelten Knochen in unseren jeweiligen Betten wieder zusammenlegen und tief schlafen. Deswegen Gute Nacht einmal wieder! (Über Autofahren in Afrika kann gerne ein andrer sich hier in den nächsten Tagen auszudrücken versuchen!)

Donnerstag, März 13, 2008

Durchhalten - es geht voran

Heute war ein „Durchhaltetag“ in mancherlei Hinsicht. Zunächst wegen der leichten Krankheiten, die sich in unsrer Gruppe zeigen. Drei von uns sind lieber vor Ort geblieben, statt zur Murchinson Bay School mitzufahren. Der Rest fühlte noch die Sonne vom Vortag in den Gliedern, als wir aus dem Taxi in unseren „Arbeitsplatz“ und in die Hitze traten. Doch wir machen weiter: Natürlich wurde wieder gebaut und gestrichen, wurden Unterrichtsstunden in Geographie und Musik angeboten, und die Capona-Kids hatten wieder am Vormittag Spielkameraden. Hausbesuche standen bei TAPP-Klienten am Nachmittag an.
Uns werden die Schicksaale mancher Familien, und vor allem Mütter, der Kinder dieser Schule und der TAPP Arbeit vertrauter. Das macht die Begegnung mit ihnen nicht leichter. Doch so gewinnt unser Einsatz nur an Wert. Wir wollen hier im Namen von Jesus Christus ganz viel Hoffnung, Liebe und Nähe in diesen Tagen weitergeben.
Leider sind die örtlichen Vertreter der "Regierung" mit unserer bisherigen Zahlung von "Baugenehmigungsgeld" nicht (mehr) zufrieden. Und so muss zur Zeit verhandelt werden, ob und warum wir Gebühren bezahlen müssen, die kein andrer in dieser Form erstatten muss. Wir wissen: Es ist wegen uns. Und merken erneut: Hilfe ist nicht einfach, und sie weckt zeitweilen sogar Begehrlichkeiten. Ich staune, wie Weise Tim diese Dinge immer zum Wohle unsers Budgets geregelt bekommt - und bin zuversichtlich, dass es auch in dieser neuen Angelegenheit wieder gut gehen wird.
Gestern Abend ist Bob Lee aus Detroit angekommen - unsere Gruppe ist jetzt zur vollen Größe von 21 angewachsen. Sein erster Eindruck von Uganda wurde durch ein Auffahrunfall etwas getrübt. Keiner wurde verletzt, aber ich merkte einmal neu, dass Afrika nicht Deutschland ist: Wo ganz sicher ein Polizist den Schaden aufgenommen und Versicherungen die Regulierung übernommen hätten, war hier erst einmal eine Einigung zwischen unserem Taxifahrer und dem Geschädigten nötig. Es war inzwischen schon 22h und Bob und ich bemühten uns, die Ruhe zu bewahren, bis schließlich die beiden sich nach viel hin und her, Vorhaltungen und Bettelei auf 150.000 Schilling einigten (ca. 70 Euro – ich schätze den Schaden in D auf 2.500E) und wir unsere Fahrt wieder fortfahren konnten.
Bob musste 2 Langstreckenflüge hinter sich bringen um hier zu landen und wir merken, dass er unsere vielseitige Truppe positiv ergänzen wird.
Komisch, gleich nach dem Unfall musste ich an eine „Kleinigkeit“ denken, die passiert war bei meiner Abfahrt um Bob zu holen. Godfrey, der jüngste Angestellte bei Stevensons, traf mich auf den Weg zum Auto und packte mich und fragte, ob er für meine Fahrt noch beten könnte. Das war das erste mal, dass er so etwas mir anbot, aber ich fand es nett von ihm und ließ ihn gern beten.
Heute schließe ich den Abend mit dem Dankgebet, dass bei diesem Unfall – wo wir immerhin gerade Höchstgeschwindigkeit fuhren (ca. 80kmh) – niemand zuschaden kam, und wir bei der ganzen anschließenden „Schadensregulierung“ nicht irgendwie noch bedrängt wurden.
Gute Nacht - morgen ist Freitag und der letzte Arbeitstag für die nächsten 5 Tage! Siegfried.

Mittwoch, März 12, 2008

Es geht voran….

Wir haben richtig was geschafft! Unsere ersten Bauvorhaben nehmen langsam Gestalt an. Das Fundament für eine Art „Freiluftschule“ ist fertig und alle Vorbereitungen für die Maurerarbeiten und das Dach sind getätigt. Wir haben Steine von unten nach oben geschleppt, haben Beton bewegt, Holz gesägt usw. Wir haben afrikanische Baulogik erleben dürfen, aber das ist im Blog so schnell nicht zu erzählen. Einige aus unserem Team haben unterrichtet – z.B. Erdkunde von Claudia und Kristin. Frank und Werner haben musikalisch mit den Kindern Bibelgeschichen erzählt. Nachmittags hat Frank gleich weitergemacht - nur mit Rolf. Immer hört man hier irgendwo Musik!Es wurden viele Wände gestrichen, Farbe macht die Schule noch freundlicher… – so auch die der Schlafraum für ca. 23 Kinder in der boarding section. Es ist unvorstellbar spartanisch, wie diese Kinder hier leben – der Raum ist so groß, wie ein besseres deutsches Kinderzimmer. Und diese Kinder hier gelten schon als privilegiert, weil sie diese Schule besuchen können. Vielen geht es richtig schlecht. Wir können in persönlichen Kontakten mit Aids-Patienten erdrückendes Elend in diesen Familien erleben, und immer leiden die Kinder...
Unser Tag heute begann mit einem tollen Sonneaufgang für die Frühaufsteher und mit einem guten Fruehstueck für alle. Auf der Baustelle angekommen, haben wir schnell die Arbeit aufgenommen. Bei der Wärme (Äquator um 13Uhr) war die Mittagspause eine echte Erholung. Weiter ging es bis zum Abend. Die Fahrt mit dem Minibus durch die Stadt ist immer ein Erlebnis…
„Hast Du schon geschrieben, dass mir die Fuesse wehtun...­­­­­­­­­?“ Wir legen uns alle richtig ins Zeug. Es fließt so mancher Tropfen Schweiß. Die Hände und mancher Rücken schmerzen ein wenig. Nach einem solchen Tag treffen wir uns sehr zufrieden hier bei Tim und Colleen. Es gibt Fisch vom Victoriasee zum Abend – die Mädels in der Küche sind richtig gut. Wir reden über den Tag, planen unsere Vorhaben für morgen, singen gemeinsam und werden ziemlich sicher gut schlafen.
Das Beste ist, wie werden ein richtig klasse Team. Bei aller Arbeit, die wir zielorientiert machen, arbeiten wir super zusammen - es macht wirklich Spaß.
Thomas.

Eindrücke, Eindrücke, Eindrücke....

Heute schreiben Lea und Ich (Naemi) den Blog. Der Tag fing mit unterrichten der Kinder der Schule und der Kinder der TAPP Frauen (AIDS Programm) an. Wir sind alle in dreier oder vierer Gruppen an die Meute herangetreten und haben gesungen, gespielt und viiiiel gelacht!


Die Hauptarbeit war jedoch, das Gebäude der Kettenherstellenden TAPP Frauen zu streichen und unseren Unterstand weiter zu bauen. Dazu benötigten wir Backsteine um das Fundament zu bauen. Am Anfang haben wir zu viert Schubkarrenweise die Steine über die Hügel transportiert, aber nach einiger Zeit haben die Kinder unsere Qual bemerkt und halfen uns. Dies war aber noch komplizierter als vorher, weil so viele Kinder an einer Schubkarre zerrten. Also hatten wir die glorreiche Idee, die ca. 55 Kinder (alle nicht älter als 11!) in einer laaaaangen Schlange aufzustellen und eine Kette zu bilden. Nach einigen Verständnisproblemen, funktionierte dies auch sehr gut. Hierbei sollten wir erwähnen, dass alle Kinder auf freiwilliger Basis arbeiteten.


Nach einer Mittagspause haben wir uns mit den Kindern beschäftigt (Spiele, Singen und einfach Spaß haben…), danach haben Lea, Claudia, Colleen, Nora (die Leiterin des AIDS Programmes) und ich eine „ kleine Pause“ eingelegt. Wir haben AIDS kranke Mütter besucht.Eine 28-jährige Mutter von vier Kindern erzählte zuerst über sich und wie sie ihren Alltag bewältigt. Eine weitere Mutter erklärte uns, dass sie oft zu geschwächt ist, um zu arbeiten, kochen oder die Kinder zu versorgen. Der letzte Besuch traf uns sehr, denn die Mutter und ihr zwei jähriges Kind waren schwer gezeichnet von der gandenlosen Krankheit. Die Haut der Beiden war hauchdünn und sah so aus, wie wenn man Windpocken hat und die Haut aufgekratzt und vernarbt ist. Was uns aber am meisten schockierte, war das sie Mutter von drei Kindern war und ihre sechsjährige Tochter für den Rest der Familie sorgt (kochen, die Hausarbeit erledigen, etc.), während ihr Ehemann noch arbeitet. Das kleine, enge Zimmer, ist alles was sie als Wohnbereich haben (alle drei Familien lebten in solchen Verhältnissen). Dazu kommt das wir bemerkten, dass sie große Probleme schon allein beim sprechen mit uns hatte und unser Besuch sie körperlich sehr mitnahm. Colleen erklärte uns dann, dass sie kein Geld für Medikamente hat und wenn wir uns darum in den nächsten paar Tagen nicht kümmern, sie und ihr Kind nicht den nächsten Monat erleben werden. Das hat uns sehr mitgenommen. Doch wir konnten allen drei Frauen für einen kurzen Moment ein Lächeln ins Gesicht zaubern, als wir ihnen Kleidung und Schuhe für ihre Kinder gaben und für sie beteten (alle Frauen waren Christen).Als wir zurück kamen wurden wir herzlichst empfangen von den Anderen und den zahlreichen Kindern.


(Sorry, gestern war die Internetleitung mal wieder total runter...)

Montag, März 10, 2008

Die Arbeit hat begonnen...

Der Morgen begann für die Frühaufsteher auf der Terrasse mit einer Stunde Bibelarbeit. Nach dem Frühstück gab es von Colleen und Tim eine Einführung zur Kultur in Uganda, z.B. das es unhöflich ist, nur Hallo zu sagen, und sich nicht nach jedem einzelnen der Familie zu erkundigen…


Als nächstes wurden wir von den Vorsitzenden der Gemeinde Gottes in Uganda begrüßt. Nach Vorstellung des Ablaufplanes für die nächsten 3 Wochen fuhren wir um 13 Uhr zur Naomi-Froese Schule, wo uns die Kinder mit Gesang und Tanz willkommen hießen. Eine halbe Stunde später konnten wir dann Mittag essen, anschließend zeigte uns die Schulleiterin die Gebäude der Schule, z.B. das nur ca. 5qm große Lehrerzimmer, in dem 4 Lehrer ihr Büro haben.
Es folgte die Einweisung in die einzelnen Aufgaben:
Frank, Klaudia, Marie, Werner und Naemi sangen und musizierten mit 2 Klassen, Kristin, Donate und Lea waren mit der Sozialarbeiterin beim Aidsprogramm TAPP, Nico, Walter und Siegfried fuhren mit Tim zur Heritageschool wo eine Kapelle gebaut werden soll, und die Übrigen arbeiteten bei der Naomi-Froese Schule, Wasser tragen, Sand schaufeln und Fundament ausheben… Es sollen zwei neue Gebäude für Lehrer und Schüler entstehen.


Nach Einbruch der Dunkelheit sind wir zu Stevensons zurückgefahren, wie immer war viel Betrieb in der Stadtmitte und durch die vielen Schlaglöcher nahm diese relativ kurze Strecke viel Zeit in Anspruch. Nach Duschen und wie immer leckerem Abendessen stellt sich eine allgemeine Müdigkeit ein. Good Night ;-) Fam. Winarske.

E-mail Kontakt mit uns ist möglich ... aber ... !

Ja wir sind per e-mail, auch jeder Einzelne, erreichbar. Bitte in der Kopfzeile den Namen des Empfängers einfach schreiben und an Uganda2008(a)fbgg.de schicken. Habt nur Verständnis, dass hier 21 Leute Mails empfangen und schreiben möchten, wir VOLLE Tage erleben, viel Reisen, und oft nur noch Müde sind Abends ... (und die Leitung ist LAHM - keine Anhänge bitte)!

Sonntag, März 09, 2008

Eine Verlobung ohne Ende...!

21:18 Uhr Ortszeit Uganda

Eine Hochzeit fängt in Uganda nicht mit der Verlobung an, sondern mit der >Introduction<. Das heißt soviel wie: beide Familien treffen sich, um sich gegenseitig kennen zu lernen und die ersten Geschenke auszutauschen. Außerdem werden hier die Preise für die Braut ausgehandelt. Meist liegt der Brautpreis so bei 2 Kühen. Das „sich kennen lernen“ ist in Uganda erst einmal langwierig. Die Familie der Braut stellt sich einzeln vor, indem zuerst Frauen, also Tanten, Schwestern, Cousinen (und davon hat eine Familie in Afrika mehr als genug) hübsch angezogen auf der kleinen Bühne tanzen und Fragen beantworten. Danach kommt der männliche Teil der Familie… Und da ein paar von uns gerne mitkommen wollten, musste natürlich auch die richtige Kleidung her. Die Männer fühlten sich mit ihren weißen Gewändern und dem Sakko als schwitzende Engel, während wir Frauen ein kompliziertes Gewand, eine Gosa, anziehen durften, dass aber wesentlich kühler zu tragen ist als das „Möchte-gern-Engel Gewand“ :) Nach ca. 2 ½ Stunden zuhören und schwitzen, durften wir die Geschenke miteintragen. Fragt Rolf am besten selbst wie er es geschafft hat einen Sessel auf einem Mini Pfad zu balancieren und Audrey wie sie es geschafft Obst etc. auf dem Kopf zu tragen und gleichzeitig einen Parcours zu absolvieren. Zu den Geschenken gehörten natürlich noch Hühner und gehäutete Kühe, sowie Cola und Mangos. Und wie es zu einer Introduction natürlich gehört gab es auch ein „leckeres“ Essen, das aus Bananenpampe, Reis und vielem mehr bestand. Nach knapp 4???? Stunden sitzen und Klatschen, wobei wir nie wirklich wussten wofür, doch dank unsres afrikanisches Anleiters haben wir fast nie den Einsatz verpasst, waren wir dankbar uns in den Jeep zusetzten, um uns dann einem weiteren Abenteuer entgegen zu stellen: die Autofahrt zurück. Morgen steht nach einer Besprechung werden wir fleißig sein und an unseren Projekten arbeiten, was das genau ist, erfahren wir dann morgen.

Samstag, März 08, 2008

ANGEKOMMEN!!

9.51 Uhr afrikanisch, ugandische Zeit. Franks Zitat zu unsere Reise nach Afrika: long.
Und das kann der Rest der Gruppe nur bestätigen. Jeff und Siegfried sind aus reinen Vorsichtsmassnahmen eine Stunde früher als geplant mit dem Zug aus Hannover abgefahren. Das war auch klug, denn wie soll man sonst 12 Laptops, 8 Gitarren und Unmengen von Medikamenten, Kleider und anderweitige Geschenke nach Frankfurt bringen.
Den Rest der Gruppe haben dann das Traum Gepäck-Träger Double am Frankfurter Flughafen getroffen. Nach langem Anstehen und einigen Überredungskünsten Siegfrieds Seite aus durfte jeder Übergepäck mitnehmen, doch trotzdem hat es nicht fur alle Gepäckstucke gereicht.
Nach einem 8stundigen Flug nach Abis Abebda, stiegen wir dort in einer Maschine um, die uns dann weiter nach Entebbe brachte (wohlgemerkt mit 50 Gepäckstücken 8 Gitarren und 12 Laptops ).
Dann stand uns noch ein abenteuerliche Autofahrt bevor, die uns schließlich zu unserem ersten Ziel brachte: 10 jähriges Jubiläum der Naomi Froese Schule. Und was wäre da nicht einfacher, diesen besonderen Tag mit unserer Willkommensparty zusammen zu legen.
Eine Heerschar von Kindern liefen auf uns zu und sangen Lieder zu denen sie getanzt haben.


Nach einigen Reden, die afrikanisch kurz gehalten wurden, (spreche hierbei von 30min oder so) durften wir als Gäste das Buffet eröffnen, Unsere erste afrikanische Mahlzeit: Obst, Reis, Fleisch und dazu Bananenbrei und Kartoffeln, also fast ganz deutsch.


Nachdem wir nun 24 Stunden nicht wirklich geschlafen haben, waren wir dankbar dafür dass die meisten afrikanischen Veranstaltungen mit Sonnenuntergang beendet werden.
Wir stiegen also dankbar wieder in unseren Bus ein und wurden zu einem tollen grossen Haus, unsere Unterkunft, gefahren. Die Fahrt: jeder hatte da so seine eigenen Befürchtungen entweder Achsenbruch, Überfahren der Fußgänger oder schlichter Auffahrunfall. Die Verbesserungsvorschläge gingen von Installation von Ampeln, Ausbessern der Schlaglocher mit Zement oder Aufstellen von Hinweisschildern…

Der kommende Tag wird von 2 Gottesdiensten bestimmt für die wir unsere Gruppe aber aufteilen werden.

Wir sind dankbar für unsere sichere Fahrt und den tollen Empfang an der Schule. Außerdem für die luxuriöse Unterkunft und die kalten Duschen :)
Kristin

Mittwoch, März 05, 2008

Stevensons Blog aktualisiert

Der Blog der Stevensons (Link rechts) ist jetzt endlich aktualisiert worden!

Die Berichte der letzten Monate geben wie immer einen interessanten Einblick in das Leben der Familie in Uganda, Lesen lohnt sich also. Für alle jetzt Mitfahrenden, aber auch für alle anderen, die sich für die Gegebenheiten in Uganda und die Arbeit der Stevensons interessieren.

Ich wünsche euch einen tollen Aufenthalt in Uganda, und passt mir gut auf meinen Bruder auf!
(:

Sonja

Montag, März 03, 2008

Noch 4 volle Tage...!

Hallo ... und fast Tschüß! Wir sind sogut wie unterwegs - vieles bewegt sich jetzt schon.
- Heute ist Pressetermin mit Fotograph hier in Hannover
- Die Pumpen müssen noch geliefert werden
- die Laptops sind schon alle (!) 14 da!!
- Der Spendenstand ist sehr ermutigend - wir wollten ja ca. 19.000 Euro in Barspenden zusammensammeln; das allermeiste, ca. 15.000 ist jetzt schon eingegangen; es sieht so aus, als haben manche noch vor uns zu unterstützen (bei einer Überweisung an das KHW einfach "Uganda Workcamp" dazuschreiben! Spendenquittung folgt...)
- Die Sachspenden (die oben genannten Pumpen, Laptops, Kettensägen u.a.m) mit über 10.000 Euro haben mich total überrascht und begeistert!
- Alle mitreisenden scheinen gesund und mutig auf den Freitagabendflug (22.40h ab Frankfurt) hinzuarbeiten
- Wir wollen möglichst viele Geschenke und Hilfsgüter mitnehmen - eine Tonne wird unser Gepäck wiegen! (Gerade bin ich in Kontakt mit Tim Stevenson, weil eines Ihrer Fahrzeuge kaputt gegangen und ein zentrales teures Motorteil nicht aufzutreiben ist; wir bringen es womöglich mit!)
- fiebert, betet, spendet, glaubt mit, dass diese Reise für uns und die Menschen und Einrichtungen, denen wir in Uganda besuchen, gut wird!