Sonntag, Dezember 01, 2019

World Aids Day - und 15 Jahre TAPP



Heute machten wir uns zu einer ganz besonderen Veranstaltung auf den Weg: Anlässlich des Welt-Aids-Tages waren wir zum 15-jährigen Jubiläum der TAPP-Arbeit eingeladen.
Wieder einmal benötigten wir aufgrund der für uns „verwöhnte Deutsche“ unvorstellbaren Verkehrssituation die 2-fache Zeit (2 St!), um durch Kampala und an unserem Ziel anzukommen. Wie schön, dass die Menschen hier äußerst geduldig sind und auf uns warteten.

Was ist TAPP?  Tunami-Aids-Prevention-Programm (wobei „Tunami“ Swahili ist und Hoffnung bedeutet)!  In der Gemeindearbeit wurden 2004 die zerstörerischen und vernichtenden Kräfte dieser furchtbaren Erkrankung immer deutlicher. Nicht nur die gesundheitlichen Auswirkungen für die Erkrankten, die zu dieser Zeit unbehandelt waren und starben, sondern auch für die Angehörigen und Familien (besonders deren Kinder) führte dies immer mehr zu einem ausweglosen Desaster. Aus Angst vor dem drohenden Stigma innerhalb der Gesellschaft ließen sich die Menschen aber weder testen noch behandeln.  Aber-Tausende Kinder wurden zu Waisen.
Sogar bestes Theater wurde uns geboten!

Colleen Stevenson gibt einen Ausblick
Colleen  Stevenson ließ sich diese Not von Gott auf ihr Herz legen und rief im Vertrauen zu IHM die TAPP-Arbeit ins Leben. Durch Hausbesuche, Seelsorge, Aufklärung und Ermutigung, sich testen und medikamentös behandeln  zu lassen, Gründung von Selbsthilfegruppen und ganz praktische Hilfe und Unterstützung der Betroffenen und von deren Familien innerhalb der Gemeinden und auch darüber hinaus entstand diese beeindruckende Bewegung.
An diesem Feiertag wurden wir mit einem tollen T-Shirt Geschenk gleich empfangen. Nachdem wir hineingeschlüpft waren, erwartete uns erstmal herrlicher landestypischer Musik und Tanz. Wir durften Zeugnisse von mutigen betroffenen Frauen und Männern hören, die uns sehr berührt und sich in unsere Erinnerung eingebrannt haben.  Mit unübersehbarer Lebensfreude und Dankbarkeit gegenüber GOTT und Colleen sangen und tanzten die einzelnen TAPP-Gruppen, dessen Vertreter aus der Nähe und Ferne angereist waren. Die Betroffenen und ihre Familien erlebten und erleben diese Unterstützung als lebensrettend. Ziel ist es, dass in noch weiteren Regionen TAPP-Gruppen entstehen.
Seinen Höhepunkt erlebte die Veranstaltung in der Aufforderung an unsere Gruppe,  sich an einem traditionellen Tanz zu beteiligen! Nachdem wir das notwendige Equipment angelegt hatten, ließen wir uns nicht „lumpen“. Die Hoffnung ist, dass die offensichtliche Freude und das begeisterte Klatschen der Zuschauer  nicht nur durch deren Belustigung an unserem Versuch entstanden sind. Auf jeden Fall hat es uns allen riesigen Spaß gemacht!
Dieser Sonntag begann mit einem wie immer fürstlichen Frühstück. Das Obst, was wir hier in Fülle angeboten bekommen, schmeckt paradiesisch und wir werden es ab morgen wehmütig vermissen.  Gottesdienst feierten wir in und mit der Mutungo-Gemeinde hier in Kampala. Zum vorerst letzten Mal tauchten wir ein in den überwältigenden gesungenen und getanzten Lobpreis. Pastor „Siegfred“ hielt die Predigt.
Am Nachmittag konnten wir weitere Patenkinder sehen, interviewen und beschenken.  
Der Rest des Tages ist gefüllt mit den Vorbereitungen der anstehenden Abreise und einem Rückblick auf die vergangenen zwei Wochen.
Es tut gut, auf das Geschaffte zurückblicken zu können. Es hat uns Kraft gekostet aber wir fahren als Beschenkte zurück in unsere Heimat. Dankbarkeit erfüllt uns im Blick auf alle erlebt Bewahrung, Gesundheit und Kraft, ohne welche dies alles nicht möglich gewesen wäre, UND: wir wollen wiederkommen! Die Menschen hier verdienen unsere Hochachtung für Ihren Mut, sich den Verhältnissen zu stellen und weiterzumachen, wo es aussichtslos erscheint. Die Workcamps lassen die Menschen hier erleben, dass sie nicht allein sind in ihrem Kampf um ein würdevolles Leben. Sie bewirken Ermutigung, geben Hoffnung und schaffen schrittweise Veränderung.  
Und jetzt noch einen Dank an alle die hier mit der Blog „mitgefahren“ sind. Vor allem alle die eine neue Patenschaft abgeschlossen haben. Inzwischen wissen wir genau, dass 19 Kinder (und hoffentlich durch die direkte Vermittlung noch einige mehr!), darunter ein blinder Junge von 11 Jahren, dieses Geschenk zugesprochen bekommen haben. Sie freuen sich auf einen gesicherten Schulplatz – bis nach der Ausbildung oder dem Studium.

Samstag, November 30, 2019

Nähmaschinen-, Solarkühlschrank-, Laptop- und weitere Ziegenspenden!



Bevor wir uns am Donnerstagvormittag auf den etwa 7-stündigen Rückweg (wohlgemerkt für etwa 350 km) nach Kampala machten, durften wir uns in unserer Unterkunft durch ein reichhaltiges Frühstück stärken.  Bei dieser Gelegenheit konnten wir auch an den Verantwortlichen des "Upendo Technical School" Geld für drei weitere Nähmaschinen für die Berufsschule überreichen, bei welcher das Bauteam in den vergangenen beiden Tagen ihren Dienst tun durfte. Die umgerechnet 90 Euro für jeweils eine Nähmaschine sind durch Spenden aus der Gemeinde Gottes in Pforzheim-Büchenbronn zusammengekommen. Danke dafür!
In Kasubi dann wieder angekommen wurde ein Solarkühlschrank für eine Klinik in einem Dorf ohne fließend Wasser und Strom gekauft - da die Spenden dafür in Deutschland zusammen gekommen sind. Natürlich muss auch die veraltete Solaranlage der Klinik modernisiert werden - dann wird das Gerät mit "German Technology" (siehe Karton!) Impfstoffe und wertvolle Medizin aufbewahren können für die ganze Umgebung dieses Dorfes.
Zuguterletzt wurde ein Laptop für Verwaltungszwecken einer High School übergeben. Vielen dank an die Spenderin aus Hamburg! 

Donnerstag, November 28, 2019

Unser zweiter Tag in Lira...


... Heute an der Hoffman Schule. Die überwältigende afrikanische Begrüßung von ca. 250 Kindern und 80 Pastoren wird unvergesslich bleiben.
Im Anschluss teilte sich unsere Gruppe auf. Der Bautrupp setzte seine Arbeit in Upendo fort.  Die medizinische Besatzung behandelte bis zum Sonnenuntergang unzählige Patienten und führte Gesundheitchecks und Entwurmungen von ca. 350 Kindern durch. Es war wieder bedrückend zu erleben, wie viele Menschen sich eine ärztliche Behandlung nicht leisten oder diese nicht erreichen können. So auch ein 9 jähriger Junge mit einem Körpergewicht von nur 16 kg. Als Ursache stellte sich eine bisher nicht erkannte HIV-Infektion heraus, die nun diagnostiziert ist und behandelt wird.
Das Brillenteam konnte in vielen Fällen für den richtigen Durchblick sorgen.
Nadja und Ben beglückten unzählige Kinder mit Spiel und Spaß, welcher seinen Höhepunkt in Bens Auftritt als Clown fand.
Eine komplette Jungen-Fußballmannschaft konnte mit Trikots  vom OSV Meerbusch und Fußbällen von einem Spender aus Hessen ausgestattet werden. Es folgte ein kleines Match auf ugandischem „Rasen“ und zu ugandischen Bedingungen (hier gibt es keine Tore sondern es gilt, einen Stein umzuschießen).
Auch konnten wieder bedürftige Großmütter bzw. Großväter besucht werden und die lang ersehnte Übergabe von 6 Ziegen an zwei Großmütter und eine Frauengruppe erfolgen – mit der Auflage, dass die zu erwartenden Zicklein jeweils an andere Frauen weitergegeben werden.
Eine ganz tolle Erfahrung zum Schluss: Die kleine 4,5-jährige Awa (leider HIV-positiv) hat heute Pateneltern bekommen. Diese Patenschaft ermöglicht ihr nicht nur, ab sofort die Vorschule zu besuchen. Hier erhält sie u.a. regelmäßige Mahlzeiten und auch ihre medizinische Versorgung und die Behandlung ihrer Erkrankung ist so sichergestellt.  
Mit diesem Beispiel möchten wir Euch alle ermutigen, eine Patenschaft zu übernehmen. Es ist nicht irgendeine sondern die EINZIGSTE CHANCE, welche diese Kinder haben. Z.B. hier: PATE WERDEN

Mittwoch, November 27, 2019

Erster Arbeitstag in Lira

Nach einer ruhigen Nacht im „Alpha R. Hotel“  in Lira ging es um 9 Uhr zur Berufsschule. Auf dem Weg begrüßten uns Pastoren mit Jubel und Gesang, die auf dem Weg zu ihrer Konferenz waren, die unser Pastor in Räumen der Berufsschule leitete. Bei unserer Ankunft gab es weitere Lieder und Reden von allen Pastoren sowie den Berufsschülern.
Dann legten wir los: Die Männer halfen den Berufsschülern beim Bau neuer Klassenräume.
Das Medizinteam begann mit medizinischen Basisuntersuchungen. Dann gab es Tests auf Malaria, HIV, u.v.m., ärztliche Untersuchungen und  Medikamentenausgabe. Zusätzlich machten wir „Minisehtests“ mit einer Bibel(!) und Schultafel (Weitsicht). So verteilten wir Brillen für Kurz- und Weitsichtige.
Währenddessen kamen immer mehr Kinder aus dem umliegenden Dorf. Nadja, unsere Kinder-Entertainerin, war schwer beschäftigt. Sie spielte, lachte und tobte mit den Kindern, die ihr verschiedene Akrobatikkunststücke zeigten und sie abends kaum wegfahren ließen.
Nachdem wir bei Sonnenuntergang noch einige Bäume auf den Grenzen des Schulgrundstücks gepflanzt hatten, kamen wir dann doch erst bei Dunkelheit zurück in unsere Unterkunft, wo zumindest einige von uns eine heiße Dusche noch vor dem Abendessen genießen durften.


Dienstag, November 26, 2019

Zwischenstop nach Lira


Nun haben wir bereits eine Woche unserer Uganda-Reise hinter uns und es bleibt uns nur eine weitere.
Am Montagmorgen sind wir nach Lira aufgebrochen, das im Norden des Landes liegt. Auf etwa der Hälfte der Strecke haben wir in Kabbanyi, im Distrikt Luweero, Halt gemacht. Nachdem wir von der dortigen Kirchengemeinde traditionell mit einem einstündigen Gesangs- und Tanzprogramm begrüßt wurden, widmeten wir uns den eigentlichen Gründen dieses Abstechers.

Zunächst wurden etwa 30 Mahagoni-, Mvule- und Orangenbäume auf dem Grundstück der Kirchengemeinde gepflanzt. Insbesondere die Mahagoni und Mvulebäume sollen als Art Wertanlage dienen, dessen Holz in etwa 15 bis 20 Jahren für gutes Geld verkauft werden können.  
 Der zweite Programmpunkt betraf ein Projekt zur Erstellung und Bewirtschaftung einer Ananasplantage. Dazu wurde bereits von einer Gruppe der dort ansässigen Frauen ein Projektantrag geschrieben, der nun zwischen dieser Frauengruppe und Colleen Stevenson (als Vertretung des KHW Uganda) diskutiert wurde. Nachdem viele Fragen bzgl der Durchführung des Projekts angesprochen wurden, konnte der Startschuss für das Projekt durch eine Spende von Birgit und Ansgar gegeben werden.
Nach einem reichhaltigen und landestypischen Essen ging es für uns weiter nach Lira, wo wir nach Einbruch der Dunkelheit angekommen sind. 

PS:
Eine Geschichte muss hier noch "angehängt" werden. Eine Frau kam mit ihrem Brief vom Paten ihrer Tochter den sie in 2018 erhalten hatte an. Sie hätte ihn gern nochmals übersetzt bekommen (er war nur in Deutsch geschrieben). 

"Zufällig" war ich (Siegfried) während des Gesprächs mit Claudia vorbei gekommen und sah, dass auch Bilder vom Paten beigelegt waren ... und sie Stammt aus meiner Heimat, Hannover! 
Die Freude wurde nur noch größer als sie bei der Abreise mir - stellvertretend - aus Dankbarkeit für die Patenschaft für ihre Tochter ein Huhn überreichte 😀 Sachen gibt's, die können nur im Himmel arrangiert werden!