Sonntag, März 18, 2012

Afrikaische Gottesdienste und freie Zeit satt


 Heute fuhren wir erneut in 2 Gruppen zum Gottesdienst, und zwar zur Naomi-Froese-Schule und nach Kasubi. Als wir dort um 10.40 Uhr eintrafen, hatte das Vorprogramm bereits begonnen und es folgte der Lobpreisteil mit 45 Minuten Gesang im mitreißenden afrikanischen Rhythmus. Anschließend wurden die afrikanischen Besucher jeweils einzeln vorgestellt und mit einem Lied begrüßt. Es folgte eine Kostprobe des internationalen Chores, der im April nach Deutschland kommt und das übliche ausführliche Willkommenheißen der deutschen Gruppe. Jeder durfte wieder ein paar nette Worte an die Gemeinde richten und wir sangen natürlich wieder unsere schon gut bewährten Lieder. Danach gab es Erfahrungsberichte, was einzelne mit Gott erlebt hatten und weitere Lieder vom Schulchor und den Kindern. Nach der Kollekte, die hier ja auch so einige Zeit dauert, weil jeder mit seiner Spende bei Gesang nach vorne kommt, begann das Programm für die Kinder. Inzwischen waren sie immerhin 2 Stunden mit uns im Gottesdienst gewesen! Wir präsentierten unser kleines Theaterstück von Zachhäus, was den Kindern und uns viel Freude bereitete. Der Gottesdienst ging parallel dazu weiter. Rolf predigte 1 Stunde (mit Übersetzung!) und der neu gewählte Vorstand der Schule wurde vorgestellt und gesegnet. Desweiteren wurde noch einigen Lehrern gedankt und dann verteilten wir die Geschenke für die beiden Schulen. Sie bekamen Trikots und Bälle, was wieder mal eine riesige Freude auslöste, aber auch die Lehrer und alle Kinder wurden bedacht. So wurde der Gottesdienst nach 4 Stunden und 10 Minuten mit einem Segensgebet beendet.
Für die Gruppe, die in der Naomi-Froese-Schule war, ging der Gottesdienst mit nur zwei Stunden nicht ganz so lange. Aber auch hier gab es tolle Gesangseinlagen von den Kinder- und Jugend- Gemeinde- & Frauenchören. Außerdem sangen wir "Lobe den Herren", was bei uns aber nur halb so eindrucksvoll war, wie die bunten und flotten Gesänge der Schüler. Bob predigte für uns, während einige die Sonntagsschule für die Kinder mit unserem Zachhäus-Stück gestalteten. Danach gab es noch kleine Geschenke für jedes Kind.
Ansonsten gab es heute ein spätes Mittagessen und das auch versetzt, weil die Gruppen eben unterschiedlich in den Gottesdiensten waren. Danach konnte jeder tun und lassen, was er wollte: Massieren lassen, schlafen, Billard spielen oder noch einmal auf den Markt im Stadtteil Luzira in Kampala gehen.
Lisa & Friedbert

Hier und dort und überall

 
Heute waren 4 von unserer Gruppe beim Rafting auf dem Nil; die Safarileute kommen auch erst am Abend wieder. So verblieben nur noch Nico und Siegfried, sie setzten die Bauarbeiten in der Kirche von Heritage fort.
Rolf (er war gestern Abend eingetroffen) stellte mit dem internationalen Chor, der im April in Deutschland auftreten wird, das Programm zusammen und begann mit ihnen sogar ein deutsches Lied einzuüben, es klappt schon sehr gut - er ist begeistert!
Friedbert setzte die Malerarbeiten in Kasubi fort. Die Zimmer von den Internatsschüllerinnen hatten es wirklich nötig. Die Arbeit gestaltete sich recht mühsam, zum einen ist es sehr warm in den Zimmern und zum anderen sehr eng. Auf 10 Quadratmetern stehen 3 Dreistockbetten, Kleidung hängt an Nägeln an den Wänden, diverse Utensilien, und vor allem Schuhe. Das heißt es müssen erst mal die Schülerinnen die in das Zimmer gehören zum ausräumen geholt und die Betten an eine Wand geschoben werden. Wenn eine Wand fertig gestrichen ist wieder Betten verschieben....
Abends fuhren Siegfried, Rolf und Friedbert mit Familie Stevenson zur Heritage Schule, dort gab es einen internatio- nalen Abend. Es ist die einzige internationale christliche Schule in Uganda, mit Schülern von 27 verschiedenen Nationen, viele Eltern sind  Mitarbeiter in verschiedenen Missionswerken, aber auch Geschäftsleute u.a.m. So gab es verschiedenste Gerichte aus Uganda, Kenia, Kongo, Korea, Philippinen, Indien, Armenien, Österreich, Holland, U.K., Kanada, USA, ...sogar ein Spanferkel war mit dabei! 
 Anschließend gab es verschieden Beiträge: internationaler Chor (ein schottisches Lied mit Tanz, ein deutsches Volkslied und ein israelisches Lied), kanadische Nationalhymne, kongolesische Band incl. Schlagzeugsolo von Logan, Lobpreisband, Bilder von alten armenischen Kirchen, ein Kerzenlichttanz in wunderschönen Kleidern von den Philippinen, von Korea Lieder, Tae kwon do und Karate, bei letzterem (es wurden bis zu 6 Dachpfannen durchgeschlagen) war ein kleines afrikanisches Mädchen neben mir so beindruckt, dass es noch einige Zeit danach beide Hände vor den Mund hielt...
Friedbert   (Freitag 17. März 2012)

Samstag, März 17, 2012

Safari XXL

 Donnerstag, 15.03.2012
Wir starteten pünktlich kurz nach sieben zur Safari in den Murchison Falls National- park. Wir kommen sehr gut voran, da inzwischen manche Hauptstraßen Ugandas in einem hervorragenden Zustand sind (nagelneu und zum Teil sogar mit Fahrbahnmarkierung). Das ist eine Veränderung, die einem sofort nach Fahrtantritt angenehm auffällt. Zum Mittagessen hielten wir in Masindi, das liegt ca. 80 km vor unserem Ziel. Danach verließen wir dann aber die befestigte Straße und kamen auch bald in den Park. Wir erhielten einen ersten Eindruck über dessen Größe, da wir noch ziemlich lange unterwegs waren, bis wir unser Camp erreichten. 

Nach einem kurzen Frisch- machen hatten wir unseren ersten Ausflug mit dem Boot auf dem Viktoria-Nil bis kurz unter die Wasser- fälle. Es war atemberaubend schön. Wir fuhren am Nordufer entlang, und es begegneten uns Flußpferde, Warzenschweine, verschiedene Antilopen, Affen, Krokodile und sogar Elefanten. Von den unterschiedlichen Vogelarten gar nicht zu reden. Unterhalb der Wasserfälle wurde unsere Gruppe abgesetzt am Ufer, damit wir anschließend hochlaufen konnten. Es war eine sehr schöne Klettertour (von der Aussicht her), aber bei der afrikanischen Hitze sowie der dort herrschenden Luftfeuchtigkeit kamen wir ganz schön ins Schwitzen. Oben angekommen wurden wir jedoch mehr als belohnt mit dem Blick auf die Wasserfälle. Hassan, unser Fahrer, sammelte uns wieder ein und brachte uns in unser Camp, wo wir dann unsere Hütten bezogen und zu Abend aßen. Wir konnten nicht übersehen, wie beliebt dieser Park bei den Touristen ist, denn er muß nahezu ausgebucht gewesen sein. Das ist aber auch ein Zeichen, daß es hier in diesem Land mit dem Tourismus durchaus bergauf geht und daß das  Reisen überhaupt nicht so unsicher ist, wie allgemein in Deutschland angenommen wird. 

Freitag, 16.03.12
Nach einer kurzen Nacht (erst war es zu heiß zum Schlafen, dann wurden wir von einem Gewitter geweckt) brachte uns Hassan pünktlich zur Fähre, die uns ans Nordufer übersetzte, wo wir Emanuel, unseren Guide, aufsam- melten. Wir fuhren mit dem Auto in den Park auf einen Gamedrive. Es dauerte gar nicht lange und wir standen in einer Herde Elefanten! Man kann es gar nicht in Worten ausdrücken, was das für ein Gefühl ist. Als alle genug Fotos hatten, ging es gleich weiter. Wir trafen auf verschiedene Antilopenarten ( u. a. den Uganda-Kob), seltene Rotschild-Giraffen, Büffel,  Warzenschweine, Schakale und  eine Tüpfelhyäne. Unterwegs ließ das Verhalten der Tiere auf einen jagenden Löwen schließen. Aber er war leider außerhalb unseres Sichtfeldes. Wir fuhren weiter zum Albert Lake runter. Dicht am Ufer hinter einem Teppich von Seerosen lagen viele Flußpferde. Es war wirklich idyllisch. Das andere Ufer war schon der Kongo. Für uns unvorstellbar, was hier vor nicht allzulanger Zeit Schreckliches geschah. Auf dem Rückweg "stolperten" wir über eine frisch gerissene und in einem Busch "versteckte" Antilope. Nicht weit davon entfernt (unser erfahrener Jäger Gerhard schätzt 50-70m) lag auch der Übeltäter - ein Löwe! Das war natürlich für alle der absolute Höhepunkt, ich glaube selbst für den Guide. Er sagte, daß es nicht viele Löwen im Park gibt, da es eine hohe Sterblichkeitsrate unter den Jungen gibt. Da aber selbst die Antilopenpopulation sich nach dem Bürgerkrieg erholen muß (der Park war fast leergeschossen worden), ist es wohl eine Frage der Zeit, bis sich auch die Löwen wieder vermehrt haben. Denn wenn genug Futter da ist, gibt es die Jäger ebenfalls wieder. Wir traten unsere 5 1/2 stündige Rückfahrt mittags an. Am frühen Abend erreichten wir vor allen anderen unser "zuhause" in Kampala bei Stevensons. Es war natürlich ein großes Hallo, als wir uns später alle wiederhatten.
 Corinna

Auf Abwegen ...


Gerhard und Lisa verließen die Gruppe in Kawolokota schon am Montagnachmittag, denn für sie ging es nach Boliso II: Nach drei Stunden Fahrt wurden sie bei Pastor Simon auf seinem Grundstück empfangen.
Dort gab es erst einmal eine Begrüßungsrunde, bevor es zum Abendessen unter dem tollen, ugandischen Sternenhimmel gerufen wurde. Es wurde viel erzählt und sich ausgetauscht über die deutschen und ugandischen Bräuche.

Am nächsten Morgen, nach einer erholsamen Nacht in je einem Einzelzimmer, wurde dann auf die Patenkinder gewartet: Gerhards Gloria, Lisas Esther und die kleine, zweijährige Grace. Diese lebt bei Pastor Simon und dessen Frau, weil sie ihre Pflegemutter ist.
Esther ist vielleicht noch in Erinnerung, weil sie das Patenkind war, dem Spezialschuhe in Deutschland angefertigt wurden. Jetzt kann sie sich endlich, trotz ihrer Behinderung an den Füßen, fortbewegen. Und es war wunderschön mit anzusehen, wie sie alleine und recht sicher die Auffahrt entlangkam! Es wurde erzählt und natürlich Geschenke überreicht. Besonders war es noch, dass sie, als Gerhard und Lisa in der Schule in Boliso II waren, im Chor mitgesungen und getanzt hat. Sie hat also ihren Platz gefunden.

Mit der Schule in Boliso II gab es also auch ein Wiedersehen. Sie ist in einem guten Zustand, auch wenn hier oder da einige Nachbesserungsarbeiten anstehen, wie kaputte Fensterläden oder Schulbänke. Gerhard und Lisa wurden von dem Direktor und einigen Lehrern empfangen, bekamen einen kleine Führung und sie ließen etwas Geld dort, damit die Schule Nötiges wie Trinkbecher anschaffen kann.
Am Mittag ging es dann noch einmal zurück zu Pastor Simon, denn Reisende dürfen nicht ohne ein gutes Mittagessen die lange Fahrt antreten. Gegen vierzehn Uhr ging es dann aber los, nicht ohne drei (lebende!) Hühner und (sehr leckeren!) grünen Orangen im Kofferraum.
Gegen Abend wurde dann Kampala erreicht. Toll, dass diese Fahrt ermöglicht wurde und dass sie so gut verlaufen ist!
Lisa

Donnerstag, März 15, 2012

Zementsäcke und Schuluniformen als Einnahme- möglichkeit für AIDS-Kranke Frauen...

Donnerstag 15. März 2012  
Heute fuhren 6 Personen von uns für 2 Tage auf Safari. Die verbleibende Gruppe wurde aufgeteilt: Nico, Harry und Friedbert halfen bei Maurerarbeiten in der Kirche von Heritage. Hier ist die internationale Schule, in die auch Logan, der Sohn von Tim und Colleen, geht. Wir kamen gut ins Schwitzen, Sonne pur, den ganzen Tag! Die Kirche soll bis zur Entlassungsfeier, Logan wird mit dazu gehören, soweit fertig gebaut sein, dass sie dafür benutzt werden kann. Wir sind sehr gespannt, ob das klappen wird…
Katrin, Claudia, Jeff und Siegfried fuhren nach Mutungu (ein Stadtteil von Kampala), dort befindet sich eine Schule vom Kinderhilfswerk Global-Care und eine Kirche. Katrin und Claudia gaben Englischunterrichtsstunden mit Handpuppen in der Vorschule und in der 1. Klasse, was ihnen sehr viel Freude bereitete.  
Jeff sprach mit Linda, eine der Verantwortlichen von TAPP, über die Möglichkeit, aus Zementsäcken (sie sind hier neuerdings aus einer Art Kunststoffgewebe) von den TAPP-Frauen Taschen herstellen zu lassen. 
Siegfried besuchte einige der Näherin- nen, die gerade Schul- uniformen im Auftrag von CalebsHill für die Internats- schüler einiger Global-Care Primary und Secondaryschulen herstellen. 

 
 Nachmittags gab es noch 4 TAPP-Besuche, inklusive 3 Stunden Spaziergang durch das gesamte Slumgebiet, bei 36 Grad Celsius im Schatten, wobei es letzteren nur in den „Wohnungen“ gab.
Der erhoffte Feierabend war ihnen danach allerdings noch nicht vergönnt, denn sie wurden spontan dazu aufgefordert, eine Bibelstunde für die bereits versammelten TAPP-Frauen zu halten. Ein gemeinsam gesungenes Lied gab Siegfried genügend Zeit, einen passenden Bibeltext auszusuchen…
Friedbert 

Mittwoch, März 14, 2012

Von Ziegen und russischem Eintopf

 
 Neben weiteren TAP-Besuchen wurde wieder in verschiedenen Klassen Unterricht zu Hygiene und Gesundheitserziehung angeboten. Des Weiteren gab es ein Seminar für Frauen mit den Schwerpunkten Hygiene, Gesundheitserziehung, Familienplanung und den biblischen Grundlagen zu Liebe. Besonderes Interesse fanden dabei die selbst hergestellten Armbänder, mit deren Hilfe die Unfruchtbaren Tage herausgefunden werden können.  
Die Pastoren aus der Region trafen sich auch zu einem Seminar, hier ging es um Einheit, verschie- dene theo- logische Fragen wurden diskutiert und ebenso das Thema Familienplanung.
Die Baumaßnahmen schritten gut voran: am Samstag wurde ein großer Tisch gebaut, der uns für die Mahlzeiten gute Dienste leistete und nun als Abendmahlstisch in der Kirche weiter verwendet wird; die einheimischen Handwerker brachten das Wellblechdach am Samstag zur einen Hälfte auf der Kirche an und setzten ihre Arbeit auf der anderen Seite während des Sonntagsgottesdienstes fort, auch fuhr zwischendurch ein LKW mit Sand mitten durch den Freiluftgottesdienst, Afrika live! Die Klinik wurde in der Kirche durchgeführt, parallel dazu entstand dort eine Kreidetafel (da sie in der Woche für mehrere Schulklassen genutzt wird), das Podium wurde gemauert, der Raum abgestuft, Fenster und Türen eingebaut. Dazu musste die Klinik mehrmals umplaziert werden, und es gab auch einiges an Staub... Schließlich wurde mit einem Anbau für neue Schulräume begonnen.
Bei der Verab- schiedung konnten wir wieder zwei Trikotsätze und viele Schul- utensilien übergeben. Aber auch wir sind reich beschenkt worden: Siegfried bekam eine Ziege, jede Frau in unserer Gruppe ein Huhn und die Männer eine geflochtene Matte. Die Tiere wurden wie üblich auf dem Dachgepäckträger eines unserer Autos festgebunden und überstanden die Fahrt nach Kampala sehr gut; … mal sehen wie wir sie nach Deutschland bekommen...!

Mittwoch 15. März 2012
Heute fuhren wir zur Kasubi-Schule, wo auch die Zentrale des Kinderhilfswerks Global-Care ist. Wie schon auf dem Dorf, so wurden auch hier einige Patenschaften vermittelt für Kinder, die aus dem Slumgebiet kommen, in welchem sich die Schule befindet. Patengeschenke wurden verteilt und einige Maurer- und Malerarbeiten durchgeführt. Natürlich gab es auch wieder einige TAP-Besuche, am Vormittag und am Nachmittag, hier sind es vor allem die Großmütter, die unterstützt werden, weil die eigenen Kinder an AIDS gestorben sind und sie sich um ihre Enkelkinder kümmern.
Für das Abendessen war heute unsere Gruppe verantwortlich! Da wir ja recht international sind, gab es einen russischen Reis-Fleisch-Gemüseeintopf, dazu gemischten Salat und zum Nachtisch Milchreis mit Zucker und Zimt bzw. Obstsalat. Die Mitarbeiter von Tim und Coleen waren ebenfalls eingeladen und mussten so auch nicht kochen. Es hat allen wunderbar geschmeckt!
Friedbert

Dienstag, März 13, 2012

Wenn drei Meilen 100 Minuten dauern...


 

Samstag 10. März 2012
Nach 2,5 Stunden (größtenteils gute asphaltierte Straße, anschließend Schotterpiste und dann immer schmaler werdende Fahrwege, kaum mehr als Feldweg zu bezeichnen) erreichten wir Kowolokota, wo wir überwältigend empfangen wurden: die ganze Gemeinde wartete mit ca. 200 Personen auf uns, mit schwenkenden Fahnen und laut anhaltendem Freudengeschrei, unzähligen Umarmungen. Anschließend wurde gesungen und die üblichen Begrüßungsreden gehalten. Auch wir hatten uns natürlich vorzustellen.
Inzwischen war es 16.00 Uhr und es gab endlich Mittagessen. Nun konnten die Zelte aufgebaut werden, es begann mal wieder zu regnen...  Anschließend ging die erste Gruppe bei 4 TAP-Besuchen mit:
2 Frauen waren über 50 Jahre alt und versorgten ihre jüngsten Kinder und Enkelkinder von ihren an AIDS verstorbenen Kindern, eine Frau war erst 36 Jahre jung, ihr Mann war an AIDS gestorben und ihre 3 Kinder ebenfalls
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Sonntag 11. März 2012
Um 9.30 Uhr waren wir für das Kindergottesdienst-Programm zuständig (unter strahlend blauem Himmel im Freien!), es gab wieder das Theaterstück zu Zachäus und einige Lieder, anschließend wurden die etwas verspätet angekommenen Päckchen von "Weihnachten im Schuhkarton" verteilt. Nahtloser Übergang zum bereits begonnenen Bezirksgottesdienst  (ebenfalls "Open Air"), mit Kindersegnung (vorher dazu die passende Predigt), Hauptgottesdienst mit verschiedenen Chören, Vorstellung unserer Gruppe, Berichten was mit Gott erlebt wurde und natürlich eine Predigt vom Pastor aus Deutschland. Es folgte noch der Abendmahlsgottesdienst, natürlich nochmals eine passende Predigt, und wunderschönen, aus Holz geschnitzten Einzelkelchen. Inzwischen war es 14.40 Uhr und die ganze Gemeinde wurde zum Mittagessen eingeladen.

Nachdem die ersten gegessen hatten, begann der Transport auf einem Pickup zu einem (angeblich nur 3 Meilen entfernten, es waren aber mindestens 10 Kilometer) Seitenarm des Nils wo der Taufgottes- dienst stattfinden sollte. Wir fuhren als letzte Gruppe mit unseren Autos und erreichten nach einer abenteuerlichen Fahrt (inklusive Abkürzung die unpassierbar war, Reifenpanne, falsches Flussufer) die Taufstelle um 18.40 Uhr. Da sich 70 Personen(!) zur Taufe angemeldet hatten (eigentlich sollten alle von Siegfried getauft werden), und es nur noch 30 Minuten bis zum Einbruch der Dunkelheit waren, führten 3 Pastoren die Taufe durch; selbst die beiden spontanen zusätzlichen Täuflinge (einer davon unser Fahrer Sunday) konnten noch "untergetaucht" werden bei freudigem Gesang und festlicher Stimmung an einem Ort der schöner nicht hätte sein können. Inzwischen war es dunkel und wir fuhren zurück (diesmal ohne nennenswerten Zwischenfällen) zu unserem Dorf.
Montag 12. & Dienstag 13. März 2012
Da die nächste Klinik 20 Kilometer entfernt ist, wurden am Montag von 9.30 bis 19.30 Uhr (mit einer kurzen Mittagspause) 165 Patienten behandelt! Am Dienstag begannen wir schon um 8.30 und beendeten den Arbeitstag um 13.30 Uhr, in dieser Zeit kamen 66 Patienten. Friedbert bekam dafür einen der Pastoren als Dolmetscher zur Unterstützung, Sunday vergab Nummern und sorgte für einen geordneten Ablauf, Lisa bzw. Anni bzw. Katrin gaben die Medikamente aus und erhielten dabei einen Crashkurs in Arzneimittelkunde. Es kamen Patienten mit vielen unterschiedlichen Krankheiten: Wurmerkrankungen, Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen, Magengeschwüre, Wunden, Malaria, Syphilis, AIDS, Tuberkulose, Lepra, Arthrose, Rheuma, ein Frühgeborenes, diverse Leistenbrüche, Tumorerkrankungen und vieles anderes mehr. Unser ältester Patient war 97 jährig!
Schule fand, wie bisher üblich, draußen statt.  Doch die Vorfreude war groß, dass ihr Gebäude in diesen Tagen nun endlich fertiggestellt und sogar erweitert wurde. 
Auch ja, eingentlich waren wir überhaupt in dieses Dorf gereist, weil es eine Schule und ein Kirchgebäude fertigzustellen gab.  Hier wurde vorbildlich vorbereitet und von Frühmorgens bis spät in den Abend hinein von den Einheimischen und mit unserer Mithilfe gearbeitet.  Die Bilder sprechen für sich, oder?

Zum Abschluss unserer Dorfarbeit gab es einen Einweihungsgottesdienst für die größtenteils fertiggestellte Kirche (nach 10 Jahren Bauzeit, immer wenn es etwas Geld gab wurde wieder ein Stück weiter gebaut – nun brachten wir das Dach und dank vieler „Lastminiute“-Spenden noch die ganzen Stahltüren und –Fenster sowie viele Schulbänke und zwei Freiluft-Klassenraum-Anbauten links und rechts von der Kirche, die Tim am Samstag noch entwarf nachdem Bob und Siegfried das Budget für dieses Projekt erhöhten!). 
An diesem Ort ist ein großer und mutiger Schul- und Gemeindeaufbau durch unseren Einsatz mächtig belohnt worden. Die Menschen waren überwältigt von dem Ausmaß dieses Einsatzes, und wir freuen uns über die vielen dienstbereiten Menschen an diesem „fast vergessenen“ Ort Kawolokota.
Alle weiteren Erlebnisse (da gibt’s einiges!) folgen morgen…
Friedbert

Sonntag, März 11, 2012

Angekommen in Kawolokota

Die Gruppe lässt Grüße ausrichten, es geht ihnen gut. Während sie noch bis Dienstag in diesem Dorf im Nord-Osten Ugandas sind, ist der Kontakt nur über Handy möglich.
Heute haben sie dort einen sehr schönen, fünfeinhalbstündigen Gottesdienst erlebt - und mit wohl einhundert Kindern auch einen tollen Kindergottesdienst verbracht.
Das Kirchendach ist fast fertiggestellt... Details aus erster Hand folgen hier in wenigen Tagen.

Freitag, März 09, 2012

Uganda - Deutschland 1:1

Heute war unser letzter Arbeitstag an der Naomi-Froese-Schule.
- Der Klassenraum, der auch gleichzeitig der Gottesdienstraum ist, wurde noch von innen weiß gestrichen.
- Das Klettergerüst erstrahlt in frischen, bunten Farben.
- Die Arbeiten an den Stufen für die Aula wurden fortgesetzt.
- Das neue Bürogebäude nimmt langsam richtig Form an.
- Ein Zaun wurde versetzt, und auf dem Treffen der TAPP-Frauen wurde das Thema Familienplanung diskutiert.
Morgens haben wir noch zwei Familien im Rahmen des TAP-Programms besucht. Bei diesen Besuchen bekommen wir einen kleinen Einblick in das familiäre Umfeld und die Wohnsituation vieler Kinder der Schule.
Bei der ersten Familie, zum Beispiel, wohnen vier Personen auf engstem und dunklem Raum (max. 10qm, stickig und heiß). Die Mutter, 30 Jahre alt, ist gesundheitlich (Tuberkulose und HIV+) so angeschlagen, dass sie nicht arbeiten gehen kann und es noch nicht mal schafft, zu den Treffen der TAPP-Frauen zu kommen (10 min Fußweg). Der Ehemann, der sie eigentlich wegen einer anderen Frau verlassen hat, bringt glücklicherweise ab und an Geld vorbei, sodass sie die Miete bezahlen kann. Sie und ihre Kinder (13, 6, 1 Jahr/e) sahen sehr schlecht ernährt aus, und das einjährige Baby ist ebenfalls HIV+.
Für diese Familien nehmen wir immer von den gespendeten Sachen sowas wie Kinderschuhe, Kleidung, Spielzeug und Hygieneartikel mit. Auf dem Weg dorthin kaufen wir zusätzlich noch einige notwendige Lebensmittel wie Brot, Reis, Mehl und Bananen ein.
Die Freude über diese, für uns so selbstverständlichen Sachen, ist jedes Mal wieder unfassbar groß. Diese Gesichtsausdrücke der Frauen und Kinder vergisst man nicht mehr.

Leider mussten wir uns am Nachmittag langsam von den Lehrern und Schülern der Naomi-Froese-Schule verabschieden. Aber die Freude der Kinder und Lehrer über die Geschenke zum Abschied war toll anzusehen.
Wir haben jedem Schüler ein Schlüsselband, Zahnbürste und Süßigkeiten geschenkt. Die Lehrer bekamen verschieden Kleinigkeiten wie Kosmetik, Kullis, Krawatten und Schuhe.
Ein besonderer Höhepunkt war die Übergabe eines Satzes Fußballtrikots sowie eines Fußballs. Dank der großzügigen Spende von einigen Dutzend Fußballtrikots des Vereins Fortuna Gronau e.V. lief die einheimische Mannschaft mit großem Stolz und Getöse aufs Spielfeld. Die Kinder waren außer Rand und Band. Und dann wurde das Länderspiel Uganda - Deutschland angepfiffen. Die Stimmung war super, die Schüler feuerten ihre Mannschaft vom Spielfeldrand aus lautstark mit Liedern an.
Nach der ersten Halbzeit stand es noch 1:0, aber in der zweiten Hälfte konnte Jeff unter Einsatz seiner letzten Kraftreserven den Ausgleichtreffer erziehlen. Und so endete das Spiel mit einem Unentschieden.
Gefeiert wurde dann mit Soda (Cola, Fanta, Sprite) für ALLE (300+)! So ging der letzte Tag hier mit einem lachenden und einem weinendem Auge zu Ende.

Da wir morgen in ein Dorf fahren, wo wir weder Strom noch Wasser haben werden, verabschieden wir uns heute bis Dienstag vom Blog.

Corinna, Lisa und Katrin