Sonntag, November 28, 2021

Mawanga - Back to the Roots

Mawanga – In 2006 besuchte ich zum ersten Mal diese von Global Care gebaute und betriebene Klinik (siehe rechts im Blog die Einträge 2006!). Hier werden 2021 fast täglich Babys geboren und gleichzeitig wird Gesundheitsfürsorge für die Landbevölkerung in einem Umkreis von ca. 10 km geleistet. Da der Klinik-Betten-Bedarf dieser Region mit der derzeitigen Leistung längst nicht „erfüllt“ werden kann, wird im Anschluss an unseren Besuch die Kapazität weiter ausgebaut. Dadurch soll in 2022 diese Krankenstation vom Staat eine höhere Einstufung und dadurch neue Förderungen erhalten.An dieser Stelle ein großes Dankeschön allen Spendern für diese Klinik! So konnten wir über zehntausend Euro für den Austausch über 20 Jahre alte Dachbleche, den Bau eines neuen Vordachs und  den Ausbau von Solarstrom ausgeben. Zusätzlich erhielt das Klinikgelände einen Sicherheitszaun und demnächst sollen alle Behandlungsräume mit fließendem Wasser versorgt werden.

Gestärkt durch die Nachtruhe eine gute halbe Stunde von Mawanga entfernt und einem nahrhaften Frühstück, tat die Anfahrt zu den beiden besuchten Gottesdiensten durch Erd-, Schlag- und Schlammlöcher auf rutschigen „Straßen“ ihr Übriges, um jegliche Lebensgeister der Teammitglieder zu erwecken. Team 1 machte sich heute auf die Reise zur großen Gemeinde nach Mawanga gegenüber der Klinik.


Team 2 hatte hingegen die weitere Anreise zu der kleineren Schwestergemeinde. Sie besteht aus wenigen Menschen und Familien und zeichnet sich durch eine besonders herzliche und freundliche Gastfreundschaft aus. Ihr Kirchengebäude, wenn man es als ein solches bezeichnen kann, besteht aus wenigen Holzstämmen, die zu einer Gebäudekonstruktion zusammengesteckt wurden. Ein einfaches Wellblechdach spendet Schatten und schützt vor Regen. Unabhängig der räumlichen Gegebenheiten feiert und lobt die dortige Gemeinde mit einer ungebrochenen und fröhlichen Herzlichkeit ihren christlichen Glauben.

Nach den Gottesdiensten werden wir zum leckeren Mittagessen im kühlen Zelt von Pastor Patrick eingeladen – wunderbar! Bevor wir uns auf die Rückreise nach Kampala machen. Vier Stunden Fahrt sind geplant, sechs Stunden werden es. Großes Lob für unsere Fahrer, die uns nicht nur sicher über die Wege auf dem Lande sondern auch am Ende noch durch den Megaverkehr in Kampala chaufieren. Hier drängen sich die Fußgänger zusammen mit Motorradfahrern, Bussen und Autos auf viel zu engen Straßen. Das Fahren vieler afrikanischer Fahrer ohne Licht (auch Motorräder!) bei Dunkelheit lässt unseren Adrenalinspiegel ebenso in die Höhe schnellen wie das Ignorieren der wenigen roten Ampeln – wir sind eben nicht in Deutschland, und am Ende sehr dankbar als alle drei Fahrzeuge wohlbehalten bei Stevensons ankommen.

- Claudia, Chris & Siegfried

Samstag, November 27, 2021

Wunder gibt es immer wieder . . . !


 Emmanuels Geschichte

… das erste Mal, als ich Emmanuel traf, hatten wir gerade ein Team aus Deutschland zu Besuch, mit denen wir ein medizinisches Camp für die örtliche Bevölkerung in Lira durchgeführt haben. Im Rahmen dieses Camps haben wir unter anderem Entwurmungskuren, aber auch Screenings für Unterernährung durchgeführt. Alles lief super, bis Emmanuel kam.

Emmanuel war gerade 9 Jahre alt, wog aber nur 16 Kg. Im Rahmen des Unterernährungsscreenings wird der Umfang des Oberarms gemessen. Emmanuels Oberarm hatte damals nur einen Durchmesser von 13 cm. Normalerweise gilt ein Oberarm-Durchmesser von 13 cm als schwerwiegende Unterernährung für ein 6-monatiges Baby….

Wir haben sofort Emmanuels Eltern kontaktiert um seine Krankheitsgeschichte zu erfahren. (War er bisher häufiger krank? Wurde er früher schon mal von einem Arzt untersucht? Mit welcher Krankheit wurde er bisher diagnostiziert?) Sein Vater antwortete darauf nur: „Wir haben ihn bereits mehrfach zum Arzt gebracht, aber bisher wurden keine Krankheiten festgestellt.“ Anschließend fuhr er fort: „Es liegt daran, dass Emmanuel durch Zauberei verflucht ist. Daher ist er ständig krank.“

Anschließend haben wir noch weitere Laboruntersuchungen durchgeführt und haben dabei herausgefunden, dass Emmanuel nicht nur an Malaria leidet, sondern gleichzeitig auch noch HIV positiv ist und dies bisher weder diagnostiziert wurde, noch er irgendwelche Medikamente gegen Malaria bekommen hat.

Daraufhin haben wir ihn sofort ins nächste Krankenhaus einliefern lassen. Wobei wir ehrlicherweise nicht daran geglaubt haben, dass selbst mit der Behandlung im Krankenhaus er wirkliche Überlebenschancen hätte. Nebenbei kann der kulturelle Austausch über Zauberei als Ursache für eine Krankheit eine schwer zu überkommende Herausforderung sein.

Wir wünschten uns, dass Emmanuel in das Patenprogramm aufgenommen wird, um all die zukünftigen medizinisch notwendigen Kosten decken zu können und ihm einerseits in der Schule eine Mahlzeit pro Tag gewährleisten zu können, andererseits aber auch die Lehrer ein besseres Auge auf ihn und seinen gesundheitlichen Zustand haben können. Innerhalb eines Monats hat sich glücklicherweise ein Pate für Emmanuel finden lassen.

Ich habe Emmanuel erst über ein Jahr später wieder getroffen, aber als ich ihn das nächste Mal wieder traf, hat sich seine Körpergröße und sein Gewicht verdoppelt. Mittlerweile wog er über 33 Kg.

Dieses Bild wurde im Januar 2021 aufgenommen.

Ein weiterer Pate hat für Emmanuel eine Ziege gespendet, die ein wunderbares Geschenk für die Familie ist, denn die Familien züchten Ziegen i.d.R. um ein Einkommen für die Familie zu generieren. Wir wünschen uns, dass durch das großzügige Geschenk der Ziege, die Familie Emmanuel nicht mehr als verflucht, sondern viel mehr als wunderbares Kind Gottes sieht.

Allein durch die Großzügigkeit des Teams aus Deutschland, der andauernden Unterstützung des Patenprogramms sind Emmanuel und viele andere Kinder heute noch am Leben.

Kaitlin Smith (Leiterin der Klinikabteilung unsrer Partnerorganisation in Uganda)

P.S.

Wenn ihr den ursprünglichen Blog-Eintrag unseres Teams und dem Kennenlernen von Emmanuel nochmal lesen möchtet, könnt ihr das mit diesem Link tun:

http://nichtegal.blogspot.com/2019/11//unser-zweiter-tag-in-lira.html?m=1

Freitag, November 26, 2021

Bukassa

 Heute waren wir in Bukasa (Naomi-Froese-Schule / Siegfried-Highschool). Leider kann auch hier schon seit vielen Monaten kein Unterricht stattfinden, da die Schulen in Uganda noch Corona-bedingt geschlossen sind. Alle hoffen dass der Unterricht ab Januar 2022 wieder beginnen kann.

Nach einer kleinen Führung über das Schulgelände hat eine spontane Choreinlage uns mit Tanz und Gesang begrüßt.

Seit meinem ersten Besuch in Bukasa in 2015 hat sich sehr viel in der Schule weiter entwickelt. Es konnten neue Gebäude gebaut werden, sodass mehr Klassenräume zur Verfügung stehen und auch Büros für die Lehrer sind mehr vorhanden als vor 6 Jahren. 

Ich habe mich sehr gefreut sie positive Entwicklung in der Schule zu sehen.Vor allem die High School hat jetzt echte eigne Räumlichkeiten und sogar ein Chemie-Labor!

Anschließend haben wir mit den Patenkinderinterviews weitergemacht. Wir haben ca. 40 Kinder gesehen, mit ihnen gesprochen und Geschenke überreicht. Ich konnte heute sogar meine eigenen Patenkinder sehen. Es ist immer wieder eine Freude sie zu erleben, ihre Entwicklung zu beobachten und mit ihnen Zeit zu verbringen. Der Tag war zwar etwas stressig, aber auch wunderschön.

Donnerstag, November 25, 2021

Ausbildungszentrum Mutungo

... und der Rest der Gruppe besuchte das TAPP-Zentrum in Mutungo. Hier war die Spannung groß: Endlich konnte dem Spender (Global-Care) Dankbarkeit für den weiteren Ausbau ihrer Ausbildungsberufe gezeigt werden.

  • Ein Kochkurs wurde von den 2 Ausbildern und 12 Schülerinnen für 3 unsrer Teilnehmer veranstalt: Einige „Rolex“ wurden zubereitet, gebraten, und in die Runde serviert.
  • Im Nähzentrum hat die Ausbilderin Donata stolz ihre neuste Unterrichtsgruppe vorgestellt Beim Schneidern und Nähen durften wir ihnen über die Schulter schauen.
  • Im Lederverarbeitungs-Kurs hat uns der Leiter, Adam, neueste Produkte wie Kulturbeutel, Shlüsselanhänger und eine besonders geniale kombi-Tasche aus Leder & TAPP-Stoffe vorgestellt.
     
    Schließlich wurde der neuste Zweig dieser kleinen Handwerksschule vorgestellt: Frauen die sich gern als Friseurinnen ausbilden lassen. 

Dass gerade für diese noch im Aufbau befindliche Ausbildung eine Spende vom Friseur Salon Massimo aus Wolfsburg überrecht werden konnte hat alle überwältigt. Glätt- und Lockeneisen, Fön, Färbutensilien, Umhänge, elektrische Schneider als auch neue Haarschneidescheren vom Feinsten werden jetzt hier zum Einsatz kommen. Ein großer Koffer voller Ausstattung. Jetzt kann auch mit gutem Arbeitsmaterial dieser Beruf gelehrt werden.

Am Ende dieses Besuchs haben wir uns von den Kochschülern ein leckeres Mittagessen servieren lassen. 

Nampunge

Am Donnerstag hat sich unser Team für 2 Tage getrennt. Patricia und Daniel sind gemeinsam mit Kaitlin, der Verantwortlichen für fünf Kliniken, nach Nampunge gefahren. Dieses kleine Dorf liegt auf der Fernstraße von Kampala nach Hoima, ca. 2 Stunden Autofahrt von Port Bell. Auf dem Weg hielten wir in Kakiri um das dortige t.a.p.p. Zentrum zu besuchen, das erst 3 Monate zuvor eröffnet hat (Ihr wollt wissen was t.a.p.p heißt? Dann hier: https://www.gemeinsam-fuer-afrika.de/kinderhilfswerk-global-care-2/ ). Die Freude war groß als Patricia Angel wiedergetroffen hat. Angel hat durch die Unterstützung von Paten aus Wolfsburg die Naomi-Froese-Schule in Bukassa besucht und ist nun nach ihrem erfolgreichen Abschluss als Lehrerin tätig und bringt in Kakiri insgesamt 37 Schülerinnen das Nähen bei (Falls auch du mit einer Patenschaft einem Menschen eine Möglichkeit auf eine bessere Zukunft geben möchtest, darfst du hier weitermachen: www.global-care.de ) . 

Während der beiden Tage unseres Aufenthaltes sind Patricia, Daniel und Kaitlin in die Umliegenden Dörfer gefahren, um die dortige Bevölkerung auf das breite Versorgungsangebot der Klinik aufmerksam zu machen. Die Bewohner hatten die Möglichkeit sich kostenfrei die Sauerstoffsättigung in ihrem Blut, ihren Blutdruck und Blutzucker bestimmen zu lassen. Für diejenigen, die sich kränklich gefühlt haben gab es sogar die Möglichkeit eines Malaria-Schnelltests. Zu der klinischen Konsultation gehörte auch die Aufklärung über Bluthochdruck und einen erhöhten Blutzuckerspiegel, Ursachen und Therapie inkl. Ernährungstipps.

 

 Im Anschluss an diesen kurzen Besuch ging es endlich weiter nach Nampunge. Die Klinik steht auf einem Gelände, das noch sehr viel Platz für weitere Anbauten bietet. Aktuell sind die einzelnen Räume sehr gedrängt. Neben einem Labor, Besprechungszimmer, Kreißsaal sowie Behandlungsräumen gibt es auch Platz für stationär behandelte Patienten. Erst vergangene Woche wurde mithilfe von Spendengelder ein Sauerstoffgerät neu angeschafft worden. Es kam gleich bei unserem Besuch zum ersten Mal zum Einsatz. Ein unterernährtes Kleinkind mit akuter Blutarmut, einer Lungenentzündung und einem Sauerstoffsättigung von nur 80%,  wurde von Kaitlin auf 97% aufgepeppelt bevor es für eine Bluttransfusion an eine andere Klinik weiterreiste.


Dienstag, November 23, 2021

An 4 "Baustellen" aktiv...

Lehrerkonferenz: Mit über 30 Teilnehmern aus diversen Grundschulen und Highschools begann heute ein 2-Tagestraining um sich auf den voraussichtlichen Schulbeginn in Januar 2022 vorzubereiten. Jannice und Claudia wurden von Colleen eingeladen diese Lehrer mit ihrem Blick aus der deutschen Schulneubeginn-Erfahrung zu ermutigen. Sie haben selbst hierfür ihre Kontakte zu LehrerInnen und LeiterInnen im persönlichen Umfeld vor unsrer Reise gesucht und ein Tagesprogramm damit aufgestellt. Das begann mit einer Ermutigung einer Rektorin aus Krefeld als Videobotschaft. Die Lehrer wurden dann in 4 Gruppen aufgeteilt wo sie Fragen bekamen zum Austausch wie z.B.: „Was sind eure größten Befürchtungen und Hoffnungen?“, „Wie werdet ihr die Kinder begrüßen beim Schulanfang?“, „Wie geht man mit belastenden bis traumatischen Erlebnissen bei den Schülern während Covid um?“ Es gab auch Teambuilding-Übungen auf spielerische Art und Weise im laufe des Tages. Claudia sorgte außerdem für etwas Entspannung mit Arobic-Übungen und Koordinationsherausforderungen. Und … morgen geht’s mit den Lehrern weiter!

Bau: Die neue Highschool Küche für 400 Schülere hat nach den nötigen Abbrucharbeiten angefangen. Es sieht chaotisch aus – aber JEDER freut sich über diese große Erweiterung und verbesserte Ausgabesituation jetzt schon.  Noch sieht es allerdings nicht wirklich nach Küche aus …

Klinik: Patricia und Gerd haben Kaitlin aktiv assistiert bei einer kostenlosen klinischen Untersuchung für die Bewohner dieses sehr armen Stadtteils, Kasubi. Es ist erstaunlich zu sehen, wie viel hier auch mit hohem Blutdruck zu kämpfen haben. Blutuntersuchungen auf Diabetes und Hepatitis-B wurden gemacht (alle die kein Hepatitis hatten wurden gleich auch geimpft). Nach 4 Stunden Patientenbesuche waren dutzende Menschen sehr froh über die geschenkte Gesundheitshilfe.

Patenschaften: Hier wurden über 20 Patenkinder interviewed und beschenkt. Insgesammt haben wir 6000 Euro (!) an Geschenkgeld für 150 Patenkinder in die Hand gedrückt bekommen. Wie viel dafür hier vor Ort zu kaufen ist, werdet ihr auf den Fotos die ihr über das KHW und in unseren persönlichen Zeilen darüber erfahren. DANKE!

Montag, November 22, 2021

Klinik in Kasubi, Kampala

In Uganda befinden sich fünf Kliniken, die durch das KHW Global Care und der Church of God U.S.A unterstützt werden: In Nampunge, in Mawanga (wohin wir am Freitag reisen werden), in Busiro, in Kaerongero sowie in Kasubi/Kampala.

Letztere Klinik haben wir heute besichtigen dürfen:

Erst vor 2 Wochen bekam die Eingangsseite einen neuen Anstrich um das Interesse der Bevölkerung zu gewinnen, dass eine Modernisierung der Klinik stattgefunden hat.

Der Eingangsbereich mit dem Empfang und Wartezimmer in Einem. Rechts neben dem Schreibtisch sind vier Kanister zu sehen. Mit einem simplen und dennoch effektiven Filtern kann Wasser aus unterschiedlichen Quellen für medizinische Zwecke aufbereitet werden.

Das Labor, in dem unterschiedliche Analysen durchgeführt werden können. Hier befindet sich beispielsweise ein Mikroskop mit dem das Blut auf den Malaria-Erreger untersucht werden kann.

Das Behandlungszimmer mit Zugang zu einem Raum, in dem sich die Medikamente befinden.

Daniel

 

 

 

 

Frische Grüße aus Uganda...

Heute hat der Tag nach einer verregneten Nacht trocken und friedlich gestartet. Da wir bereits am Samstag und Sonntag viel Vorarbeit, beim Sortieren der verschiedenen Spenden und Patengeschenke aus Deutschland,  geleistet haben, mussten wir heute nur noch die Patengeschenke und Home-Visit Taschen einpacken und konnten uns nach einem leckeren Frühstück auf den Weg nach Kasubi machen.

Nach einer typisch ugandischen Autofahrt (viel Verkehr, Off-Road-Feeling auf „normalen“ Straßen und sehr undurchsichtigen Verkehrsregeln) sind wir in Kasubi angekommen.

Es war sehr schön bekannte Gesichter wiederzusehen und sich auszutauschen. Die typische ugandische Herzlichkeit hat dazu geführt, dass ich mich auch nach 2 Jahren Abwesenheit wieder wie zu Hause gefühlt habe.  

Anschließend konnte ein Teil der Gruppe direkt mit der Patenkinderarbeit starten. Die ugandischen Global-Care Mitarbeiter konnten für das gespendete Geld (für ca. 145 Kinder) Geschenke kaufen. Anschließend haben wir gemeinsam die gekauften Waren sortiert und bereits die ersten Gespräche mit Patenkindern geführt. Ein starker Regen hat uns die Arbeit etwas erschwert, denn wir mussten die Geschenke vor dem Regen retten und eine Unterhaltung bei Regen unter einem Wellblechdach war akustisch zeitweilig unmöglich. Aber da Flexibilität in Uganda ein MUSS ist, haben wir uns nicht unterkriegen lassen und wir konnten alles vorm Regen retten 😀

Morgen geht es dann weiter mit den Patenkindern. Ich freue mich schon sehr.

Jetzt gibt es erstmal Abendessen und ich verabschiede mich.

Viele Grüße, Jessica

PS: Ich liebe ugandisches Essen und ich habe mich schon sehr auf das Mittagessen in Kasubi gefreut. Und ich wurde nicht enttäuscht ;-)

Sonntag, November 21, 2021

Ein neuer Morgen beginnt!

… zwitschernde Vögel, krähende Hähne und gluckende Truthähne sind zu beobachten, als langsam schleichend der Tag, die Nacht verdrängt und sich die Sonne zwischen Büschen, Bäumen, Mauern und Häuser über dem Viktoria-See empor reckt.

Während vorsichtig die Nacht, dem Tag weicht und die sich entzündenden Lichter der Häuser in Kampala das neu beginnende Leben verkünden, beginnt in Port Bell in Uganda der Sonntag.

Im fernen Europa wird dieser Tag für die Menschen in unseren Großstädten heute vor allen Dingen vom Innehalten gekennzeichnet sein. Die Reflexion auf das vergangene Jahr, geführte Gespräche, verlorene liebe Menschen stehen im Mittelpunkt der Besinnung am Totensonntag.

In Kampala hingegen beginnt heute erneut ein arbeitsreicher und intensiver Arbeitstag. Gefüllte Straßen, Menschen am Straßenrand, die werbend zu einer Mahlzeit oder einem Snack am Fahrbahnkante einladen. Auf der einen Seite bietet ein Verkäufer neues Schuhwerk an, während gegenüber viele Sofas in „Kampalas-Ikea“ zum Verweilen bereitstehen. Wobei weder die Bezeichnung Möbelgeschäft noch „Kampalas-Ikea“ eine zutreffende Beschreibung dessen sind, was uns beim Blick aus dem Fenster unserer vorbeifahrenden Autos vor Augen geführt wird.

Es sind eher Regale mit Schuhen, gebrauchten Auto- und Fahrradreifen, die von den Menschen zum Kauf angeboten, betrachtet und gekauft werden, während gleichzeitig Sofas auf der Straße aufgereiht werden und daneben ein Grill mit Hähnchen und anderen Spezialitäten aufgestellt ist.

Dies alles zeigt sich in Kampalas Straßen während zwei Autos unserer Reisegruppe sich durch den dichten Linksverkehr, auf dem Weg zu den Gemeinden in Mutongo und Kasubi, wühlen. Dort finden heute wie jeden Sonntag seit dem Ende des Corona-Lockdowns wieder Gottesdienste statt.

Einem Automatismus folgend ziehen wir unsere Coronaschutzmaske über den Mund begrüßen die ersten Gemeindemitglieder, die uns begeistert in ihrem Gemeindehaus willkommen heißen. Der Gemeindesaal ist im Augenblick noch mit wenigen Menschen gefüllt, dennoch singt und tanzt das Lobpreisteam der Kirche zu rhythmischen Klängen der Trommeln begeistert zu Texten wie „…our God is so good…“

Der Pastor der Gemeinde heißt jeden einzelnen zum Gottesdienst herzlich Willkommen und begrüßt vor allem uns Gäste aus dem europäischen Ausland. Während die Zeit verrinnt, singen, tanzen und hüpfen alle Gemeindemitglieder hingebungsvoll und finden dabei anbetend und lobend neuen Zugang zu Gott, der wie vom Gemeindepastor betont, das liebende und hingebungsvolle Opfer Jesu Christi am Kreuz bezeugt.

Einer Vorstellung und einem Grußwort folgend stellen sich unsere beiden Reisegruppen den jeweiligen Gemeinden vor. Ergänzend dazu werden die Gottesdienste durch persönliche Zeugnisse und einem gesungenen Lied ergänzt, bevor nach etwa zwei Stunden eine englische und gleichzeitig in die Landessprache Luganda übersetzte Predigt folgt.

Gestärkt und ermutigt durch die tiefe des Glaubens, die Botschaften und den Lobpreis freuen sich die Gemeindemitglieder über herzliche Gespräche, wiedergefundene Freundschaften, die selbst die Zeit von Covid-Lockdowns, über tausende Kilometer und zwei Jahre überdauert haben. In diesen Momenten zeigt sich deutlich, dass uns nicht nur gemeinsame Projekte und eine Unterstützung von Kindern in Patenschaften verbinden, sondern vor allem der gemeinsame Glaube an Jesus Christus.

Abgerundet durch eine körperliche Stärkung beim darauffolgenden Mittagessen wird unsere Reisegruppe wieder vereint. Dankbar zurückblickend auf das Zusammentreffen mit den Menschen der Gemeinden in Kasubi und Mutongo und die unterschiedlichen Gottesdiensterlebnisse folgen intensive Planungen und Besprechungen in Vorbereitung auf die nächsten Tage, die vor allen Dingen von Besuchen der Projekte und Einrichtungen, aber auch dem Zusammentreffen mit den Patenkindern dominiert sein werden…

Chris

Samstag, November 20, 2021

Wir sind angekommen ...

Uganda Workcamp 2021 – schon der Name befremdet bei der Vorbereitung dieses Einsatzes – der erste in den letzten 2 Jahren. Covid hat uns immer noch – weltweit – im Griff. Workcamp? Unsere Fragestellung bleibt: Gibt es Anliegen in Uganda zu verfolgen und zu fördern. Und wie! Also: versuchen! Aber anders.

Erst vor 7 Wochen wurde diese Entscheidung zögerlich getroffen. Es folgten intensive Gespräche mit Stevensons, Spendenaufrufe und Klärungsgespräche z.B. Welche Ziele überhaupt verfolgen? Wie viele Gruppenteilnehmer sind möglich? Und mit welchen Einschränkungen muss gerechnet werden? Es gibt Vorgaben, die bis in unsere Bewegungsgewohnheiten eingreifen (ob mit oder ohne Fahrzeug), nächtliche Ausgangssperren u.a.m.  Die Flüge wurden vor 5 Wochen dann fest gebucht. Acht Personen, die wegen ihrer besonderen Einsatzmöglichkeiten oder aus dem Kuratorium von Global Care stammen, wurden dazu genommen.

Wir werden im Blog weniger als bisher berichten können – allein schon weil die Gruppe so klein ist! Ausserdem erwarte ich, dass das was wir tun und erleben gründlich anders als in den Jahren 2006-2019 sein wird. Also lade ich herzlich ein drei Dinge zu tun:

  • Aufmerksam „mitzureisen“ mit Gebeten und mit Augen die funkeln: „Da war ich auch schon Mal, diese Gesichter kenne ich, so stelle ich mir das Leben in Uganda vor…!“ Gern auch in der Freude des „Wiedermöglichen“…  
  • Spenden an „unser“ Kinderhilfswerk Global Care für die Projekte in Uganda geben (www.globalcare.de )
  • Am liebsten auch die Übernahme einer neuen Patenschaft. Wir erwarten viele Kinder anzutreffen, die diese Hilfe benötigen und deren Geschichten erzählt zu bekommen. Schon ein halbes Dutzend Patenschaftsanträge sind im Gepäck!  Sehr gerne würden wir viele weitere Kinder mit Deutschen Paten versorgen 😊

Ist diese Reise sinnvoll und richtig? Eine Antwort auf diese Frage wird wohl erst in 11 Tagen möglich sein. Was Patricia aber hier in der frischen Luft von Afrikas Himmel erlebte, verdient erzählt zu werden. Vor 2 Stunden - mitten im Flug – wurde durchgesagt: „Gibt es einen Arzt an Bord!?“ Da wusste ich warum Jannice Patti bereits vom Platz holte. Gegenüber von Jannice saß ein Passagier, der apathisch in seinem
Sitz erstarrt war. Sie rief eine Stewardess heran, die schnell feststellte, dass hier etwas nicht stimmt. Hier erlitt jemand mitten im Flug einen epileptischen Vorfall. Weitere Details gehören hier nicht hin außer dieses: Soeben wurde diese Champagnerflasche und
wirklich nette Dankeszeilen im Namen der KLM-Crew an Patricia und einen Arzt überreicht. Sie waren bereits sehr dankbar, dass in diesem Jahr der Einsatz von Pattis Begabung als Krankenschwester schon vor der Landung begann!