Samstag, März 15, 2014

Jetzt geht's los...!



…und schon sind wir in Brüssel!  Ja, die Reise nach Uganda 2014 hat begonnen. 8 steigen in Hannover (zu!) früh morgens in den Flieger – und hier warten wir jetzt auf die 5 Workcamper aus Pforzheim. 
Es gibt gleich zu Beginn eine sehr niederschmetternde Nachricht für uns: Colleen Stevenson musste gestern einen Flieger Richtung Kanada besteigen. Colleen und ihr Mann Tim sind seit Jahrzehnten die Leiter der Arbeit von Global-Care in Zentralafrika. Ihr Haus ist der Mittelpunkt und Rückzugsort für unsere täglichen Einsätze. Colleen verantwortet die fast 1000 Patenschaften, leitet das medizinische Programm und baut die derzeit über 100 Schulen seit Jahren mit auf. Eigentlich wollte sie unsere und zwei weitere Einsatzgruppen abwarten, bevor sie die vom Arzt empfohlene Behandlung beginnt. Doch ihr gegenwärtiger Zustand und der Befund ließen keine andere Option mehr offen.
Wir werden Colleen hier sehr vermissen; beten dass Gott ihr hilft mit den medizi-nischen Möglich-keiten, die es in Kanada gibt, und merken einmal neu, wie schnell wir an unsere Grenzen kommen. Obwohl wir es gern anders hätten, auch die vergangenen Einsätze haben uns beigebracht: Gott zu dienen heißt nicht in allem bewahrt zu bleiben, aber dennoch sich immer geführt zu wissen. 
Wir sind erwartungsvoll, wie dieses unseren Einsatz prägt und uns vielleicht noch mit einem uns derzeit unbekannten Sinn erfüllt. Jedenfalls haben Tim und Colleen sich fest dafür entschieden, unseren Einsatz nicht abzusagen. Tim bereitet seit Tagen alles mit den Leitern vor Ort vor und will auch an dem herausfordernden Einsatz in Sipi Falls festhalten. Telefonisch ist er mit Colleen verbunden (und mit ihrer Familie – alle vier Kinder sowie Enkel sind in Kanada derzeit zuhause, was überhaupt nicht „normal“ für diese Familie ist :) ).  Sie bekommt also in jeder Hinsicht die bestmögliche Medizin!
Unsre Reise hat begonnen und wir sind sehr gespannt auf das, was uns bevorsteht. Der Flug zum warmen Kontinent ruft zum Boarding…

Samstag, März 08, 2014

25.000 Euro übertroffen wenige Tage vor Abflug!

Großartig, dass die Entscheidung zum erneuten Einsatz vor wenigen Monaten gefällt wurde. Nie hätte ich damit gerechnet, dass uns so viel Projektgeld wieder anvertraut wird. Doch Samstag ist es soweit - dann könnt ihr täglich hier reinschauen, um unsere Einsätze und Projekte in Uganda zu verfolgen - und gern auch für Gelingen beten.
Bis dahin wollen wir noch diese Dinge in unser Gepäck tun (Hannover und Stuttgart sind unsere Abflugorte):
  • Stick- und Strick- und Nähnadeln. Auch die für Tretnähmaschinen!
  • Garnspindel & -Spulen, Knöpfe, Reißverschlüsse
  • Gebrauchte Handys
  • Kleine Spielautos und weitere kleine Kindergeschenke
  • Natürlich auch weitere Projektspenden und Patenschaftsanträge

Donnerstag, Februar 20, 2014

20.000 erreicht! Danke für alle Spenden, Kleidung und weitere Hilfsgüter...

Heute nur Stichworte:
  • 20.500+ Euro an Spendengelder (nur für Projekte!) wurden bis heute an Global-Care überwiesen. Großartig.
 Wir haben noch etwas Platz in unserem Gepäck für
  • Gebrauchte Handys
  • Mikroskope (möglichst mit Koffer und sets wie wir letztes Jahr gemerkt haben: die Schulen fahren voll drauf ab!)
  • Kinder- & Babykleidung
  • Patenschaftsanträge
Noch gute drei Wochen bis zum Abflug.

Mittwoch, Februar 12, 2014

18.500 Euro sind eingegangen bis heute!

Bei aller Freude über diese Spendensumme möchte ich dennoch ein Anliegen weitergeben, welches ich heute von Colleen bekommen habe im Vorbereitungsgespräch über unser Kommen:
- Es gibt eine junge Gemeinde in Gayaza, am Rande Kampalas, die schon oft umziehen musste und wo gerade ein großzügiges Grundstück für "nur" 10.000.000 ugandische Schilling angeboten wird.  Die Pastorin (die in großer Treue diese Gemeinde seit Beginn und durch große Hindernisse hindruch leitet) sieht keinen Weg, diese Spendensumme von umgerechnet 3.000 Euro zusammen zu bekommen.  Will jemand, vielleicht eine Gemeinde, diese Partnerschaft mit diesen Christen eingehen?  Eine herzliche Einladung.  Gern vermittle ich die Beziehung!
- Dann gibt es einige Kinder, denen Colleen derzeit gern über Sonderpatenschaften helfen würde.  Besonders ein 2-jähriger Junge mit einem Wasserkopf braucht Unterstützung.  Auch andere Fälle von kranken Kindern beschäftigen sie sehr bei der täglichen Arbeit in den Projekten, Kliniken und Schulen, die sie mitverantwortet und die unterstützt werden durch Global Care.
- Schließlich: es sieht sehr gut aus mit der Ankunft des Kontainers aus Deutschland.  Wie traumhaft, wenn wir ihn in den Wochen unseres Workcamps auspacken könnten!
Unsere Ankunft wird freudig erwartet.  Danke für alle Unterstützung - wir können sie gebrauchen!

Mittwoch, Januar 29, 2014

Spendenzwischenstand: 15.000 Euro geknackt!

Was für ein ereignisreicher Januar: 
  • Linda Mukisas Genesung ist erstaunlich. Eine große Ermutigung für die vielen hundert Menschen, vor allem Aids erkrankte Frauen, die sie und ihre Arbeit in Kampala schätzen (ich untertreibe hier bewusst, wirklich!).
  • Ein neues Workteam hat sich gefunden – 14 Leute, die sich intensiv auf die Projektarbeit 2014 vorbereiten. Und das merkt man!:
  • Gerade haben wir die 15.000 Euro Marke an Projektgeldern geknackt (alle Flüge & Aufenthaltskosten trägt ja jeder selbst). Einige Spendenzusagen sind noch in der Schwebe. Wie wär’s mit 24.000 Euro als Ziel? Klar, ein großer Traum. Wäre aber nicht das erste Mal…  Also, ich werde weitere Gespräche suchen und dafür beten.
  • Zwei feste Patenschaftszusagen. Super – denn die kommen meistens kurzfristiger (letztes Jahr haben wir während der Reise 21 Paten vermitteln können).
Was wird sich im Februar noch tun? Bitte: bete und wirke doch einfach mit uns mit.

Freitag, Januar 10, 2014

Linda Mukisa zu Gast beim Vorbereitungstreffen in Hannover!

Am Sonntag, 19.1. 10 Uhr, ist es soweit: Die Einsatztruppe 2014 trifft sich zunächst zum gemeinsamen Gottesdienst und am Nachmittag, um vieles für die Reise nach Uganda im März zu planen.
HIGHLIGHT: Linda Mukisa, die TAPP-Mitarbeiterin aus Uganda, die im April 2013 einen schweren Verkehrsunfall überlebte (siehe Blogeinträge unten), wird uns im Gottesdienst besuchen zusammen mit dem Leiter des Kinderhilfswerkes Global-Care, Reinhard Berle.
Herzlich Willkommen zu einem international-bunten Gottesdienst und viel Zeit zum Plaudern danach bei Tee & Kaffee in unserem Bistro im Gemeindezentrum Lankwitzweg 56, 30179 Hannover.

Dienstag, Dezember 10, 2013

Esthers Haus auf dem Dorf in Uganda ist fast fertiggestellt

Hier eine riesengroße Freude für die Patenfamilie, die der behinderten Esther eine sichere Zukunft schenken möchte.  Mehr zu Esther könnt ihr weiter unten lesen.  Wir freuen uns schon auf den Besuch bei ihr, wenn wir im März mit dem Workteam 2014 zum Einsatz aufbrechen.  11 Teilnehmer sind fest dabei und ihre Flüge bereits gebucht. Nun wollen wir möglichst viele Spender für die Projekte, aber auch neue Patenschaften vermitteln. Sprecht uns doch einfach an!
Am Sonntag, 19.1.2014, gibts unseren Vorbereitungstag in Hannover sowie einen Gottesdienst ab 10 Uhr mit dem Leiter von Global-Care, Reinhard Berle.

Dienstag, Dezember 03, 2013

Alle Workcamper aus Äthiopien glücklich & gesund zurück in Deutschland

Was für ein wertvoller und gelungener Einsatz. Ein riesengroßer Dank allen Spendern, Betern und natürlich auch dem Team, das sich so spontan nach Äthiopien aufmachte, nachdem Sambia erneut verschoben werden musste.  So führt Gott im Leben immer wieder.  Nun werden diese Woche die Uganda-Flüge für den März-2014-Einsatz gebucht. Mehr Infos über beide Einsätze in Kürze hier!

Freitag, November 29, 2013

Was für ein Tag! Äthiopien-Workcamp steht kurz vor dem Abschluss ...

Mit einem verstopften Toilettenrohr am ersten Tag fing alles an  – und heute, am letzten Tag,  nach so viel Mühen mit den Wasserzu- und abläufen, wurden alle Abwasserrohrleitungen gesucht und gefunden- unter dicken Grasschichten wurde geklopft und gegraben. Mit tatkräftiger Unterstützung einiger Berufsschüler wurden Massen von Schlingpflanzen aus den Rohren entfernt. Nun läuft das Schmutzwasser nicht mehr zurück in die Küche sondern wie gewünscht in die Sickergrube.
Wenn allen in der Stadt der Strom ausgeht (wie so oft), hier an der Schule wird es nicht mehr so schnell geschehen. Die Männer haben einen schul- eigenen Transformator an die Hochspannungsleitung angeschlossen. Alle elektrischen Leitungen in allen drei Gebäuden wurden neu angeschlossen und Probleme beseitigt.
20 Toiletten wurde funktionsfähig gemacht. Unsere Männer könnten im Sanitärgewerbe in Deutschland einsteigen und wir konnten hier täglich warm duschen. Was für ein Luxus!
Insgesamt 32 Patenkinder haben wir zuhause besucht und ihre Familien und Lebenssituation kennen gelernt.
Außerdem haben wir zahlreiche Berufsschüler und Lehrer interviewt und uns über ihre Berufsaussichten informiert. Kleine Freundschaften beginnen zu wachsen. Wenn man sich auf dem Schulgelände begegnet, können wir alle mit strahlenden Augen und fast alle (endlich auch) mit dem richtigen Namen begrüßen. Hier eine Geschmacksprobe: Adugna, Abdissa, Lema, Mekdes, Semen, Alemajo, Getnet, Jetenayet, Tehdi….
Gleich folgt die gemeinsame Verabschiedung bei äthiopischen Kaffee und Keksen und morgen bringen wir Gert und Klaus zum Flughafen.
Danach machen wir drei verblie- benen zusammen mit Hannah und Aida uns noch ein schönes Sightseeing-Wochenende in Addis. Am Montag fliegen auch die letzten zurück ins kalte Deutschland und bringen hoffentlich etwas Sonnen- schein in den Koffern mit zurück.

Donnerstag, November 28, 2013

Äthiopische Arbeitstage bieten viele Herausforderungen und Überraschungen...

Mittwoch:
-       Defektes Messgerät von einem der Lehrer wurde in alle Einzelteile zerlegt und anschließend mit Fingerspitzengefühl und Hilfe der Schüler wieder zusammen gebaut – großer Lerneffekt und das Gerät funktioniert jetzt einwandfrei
-       Schweißgerät genauso zerlegt.  Die dadurch möglich gewordene Präzision beim Schweißen begeistert die deutschen sowie äthiopischen Arbeiter
-       Wunde Fingerkuppen beim Badezimmer-Team: Alle defekten Zu- und Abläufe wurden ausgetauscht. Die fossile Fugenmasse, die vor Jahren beim Fliesenlegen nicht entfernt wurde, in mühseliger Kleinarbeit abgeschliffen
-       Gebärdensprachkurs für einige Lehrer am Nachmittag erfolgreich abgehalten, großes Interesse – großer Spaß

- 3 weitere Paten- besuche erledigt, inklusive vieler Küsse einer sehr erfreuten Großmutter, sogar für den Rikscha-Fahrer :)

Donnerstag:
-       Intensiv Reparatur am Auto abge- schlossen. Filter, Schläuche, Öl und auch so ziemlich alles andere ausge- tauscht, und das alles in 2 Stunden. Auf einmal sieht man durch die Rückscheibe wieder mehr, als nur eine schwarze Wolke
-       Erster Krankheitsfall zu melden: Claudia liegt mit Bauch- krämpfen im Bett, ist aber bereits auf dem Wege der Besserung, Gebete erwünscht 
-       Gebärdensprachkurs wird ebenfalls fortgesetzt, heute auch für Schüler
-       Das Einbauen von Spülen in der Küche ist zur Zeit in vollem Gange … hoffen wir auf gute Nachrichten am Abend ...
Badezimmermission Teil 2: Gleiche Arbeit, anderes Bad!

Dienstag, November 26, 2013

30 Millionen Rosen für Europa ... aus Äthiopien ... und weitere kleine und große Wunder

Nach ihren gestrigen Einkäufen in Addis können die Männer unterstützt von einigen sehr engagierten ehemaligen Schülern im Bereich Elektroinstallation heute fleißig weiter arbeiten.
Marie und ich fuhren mit dem Schul- direktor, einer Lehrerin und Aida zum ersten kleinen Unter- nehmen, dass zehn ehemalige Schüler vor zwei Monaten gründeten (Ausbildungsbereich Küchenarbeit). Sie konnten kostenlos zwei Kantinenräume auf einer riesigen Rosenfarm übernehmen. Da sie alle aus sehr armen Verhältnissen kommen, konnten sie sich keine Geräte kaufen, sondern haben einfach von zuhause das mitgebracht, was dort entbehrlich ist. Mit minimalster Ausrüstung bewirten sie nun ca.150 Gäste täglich und stehen mächtig unter Druck. Die Inhaber der Rosenfarm erwarten, dass sie ihr Angebot von zur Zeit drei Gerichten erheblich ausweiten. Dies ist aber nur mit einem Mehr an  Kühlschränken, Herden, Kochtöpfen usw. möglich. Zur Zeit arbeiten alle gratis und die Einnahmen werden in die Lebensmitteleinkäufe und weitere Materialien gesteckt. Aber so würde es noch sehr lange dauern, bis sie genügend Kapital für größere Anschaffungen haben. Die Chancen auf einen staatlichen Kredit sind mangels Sicherheiten sehr gering. Ihr Eifer, Einsatz und Mut haben uns beeindruckt. Es wäre wirklich schade, wenn sie die Kantine wieder aufgeben müssten. Es ist eine große Chance für sie und ihre zehn Familien. Wir überlegen mit Aida, wie wir am besten helfen können.
Und dann ging es gleich zum Manager der Rosenfarm um die Ecke, auf der jährlich 30 Millionen Rosen für den Export überwie- gend in die Niederlande produziert werden. Er empfing uns freundlich und erzählte uns von den vielen Wohltaten, die sein Unternehmen als Arbeitgeber seinen 650 Mitarbeitern gewährt. Besonders im Bereich Gesundheitsprävention und Mutterschutz sei sein Betrieb vorbildlich.  Anschließend zeigte er uns ein Gewächshaus und den Verpackungsbereich – sehr interessant, aber wir gingen trotzdem mit gemischten Gefühlen. Die Ausführungen dieses Managers waren uns doch ein bisschen zu positiv.
Und nun, während von draußen die Hammergeräusche der Männer hereindringen, packen wir wieder Lebensmittelpakete für die Patenbesuche, die für heute Nachmittag wieder auf dem Programm stehen.

Montag, November 25, 2013

Viele neue Eindrücke in Äthiopien



Am Sonntag sollen wir ruhen – nach einem ausgiebigen Frühstück fiel uns fleißigen Bienchen das allerdings ziemlich schwer, zumal wir keinen Gottesdienst besuchten, da die nächste englischsprachige Kirche in Addis Abeba, und somit eine anstrengend lange Autofahrt weit entfernt liegt. Stattdessen konnte der am Samstag entdeckte Fehler im Generator-Netzumschalter mit Draht und geschickten Fingern erfolgreich und schnell behoben werden, was Gerd und Klaus ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte. Jeff reparierte einige Wasserhähne und -leitungen in den Badezimmern der Schule und schließlich, in der Mittagszeit und aller Zufriedenheit, ließen wir Arbeit Arbeit sein und entschlossen uns zu einem gemütlichen Sonntagsspaziergang durch Bishoftu.  
Klaus blieb zuhause und überließ uns anderen die Erkundung der Um- gebung. Bei schönstem Sonnen- schein setzten wir uns in ein Cafe in der obersten Etage eines Hotels, welches uns Aida zuvor gezeigt hatte und genossen leckeren Kaffee und die herrliche Aussicht.
Abends holte Aida uns ab und wir fuhren zu einer Hotelanlage, die an einem wunderschönen See gelegen ist und aßen dort zu Abend, umgeben von idyllischen Naturgeräuschen. Eine erfreuliche Ausnahme, da sonst von jeder Ecke laute Musik aus Lautsprechern dröhnt.
Heute (Montag) heißt es für Jeff, Klaus und Gerd zum zweiten mal Männershoppen. Einiges an Material muss für die geplanten Arbeiten in dieser Woche noch besorgt werden. Bevor es losgehen konnte, mussten sie dann noch schnell das Auto reparieren, aber das sind ja afrikanische Kleinigkeiten. :)
Viele neue Berufsschüler sind eingetroffen, da zwei neue Kurse im Bereich Kochen und Hotel Service heute beginnen. Es ist ein buntes und spaßiges Kennenlernen.
Am Morgen haben Claudia und ich bereits einige Berufsschüler interviewed, die ihre Ausbildung schon abgeschlossen haben und nun auf die staatliche Prüfung warten. Es bewegt, zu sehen wie viel Verantwortung sie auf ihren Schultern tragen müssen. Auf die Frage nach Zukunftsplänen antworten sie: „Ich hoffe meine Familie durchbringen zu können“.
Von einer besonderen Begegnung möchte ich noch berichten. Samstagabend waren wir mal wieder Patenkinder in ihren Familien besuchen. Eines davon war Sirawedinke Derese. Meine Eltern sind ihre Paten und es war für mich eine große Freude sie persönlich kennen zu lernen. Sirawedinke ist 7 Jahre alt und lebt bei ihrem Vater Derese Tikuyu, ein ehemaliger Soldat. Ihre Mutter ist kurz nach der Geburt gestorben, und tagsüber, wenn der Vater auf der Suche nach Arbeit ist, bliebt sie meist bei den Nachbarn. Wir wurden warmherzig begrüßt und es war gut zu sehen, dass Serawedinke zwar mir gegenüber noch schüchtern, aber gesund und aufgeweckt ist. Sie geht jetzt in die erste Klasse und hat sich sehr über das Geschenk und die Bilder gefreut, die ich ihr mitgebracht habe. Mit dem Vater und den Nachbarn konnte ich mich dank guter Übersetzerin (Hanna) unterhalten, habe viel über sie und ihre Lebensumstände erfahren. Diese persönliche Beziehung, wie sie bei dieser Begegnung entstanden ist, ist für mich sehr wertvoll!

Samstag, November 23, 2013

Arbeitszeiten, Leidens- & Hoffungszeiten (und alles weitere, was mit der Zeit hier zu tun hat...)


Die Männer sind so beschäftigt, da bleibt keine Zeit zum Blog-Schreiben. Also fange ich mal an:
Kurzer Rückblick noch auf gestern: Zusammen mit Hannah und Marie fuhren wir ins größte staatliche Krankenhaus, wo die Patenkinder fast kostenfrei behandelt werden können (ein Mal monatlich fährt Hannah zum Krankenhaus, um die ausstehenden relativ niedrigen Rechnungen zu begleichen). Das Krankenhaus selbst besteht aus vielen kleinen Häusern, die an einem Hang gebaut sind. Vor jedem Haus warten die Patienten in der Sonne auf ihre Untersuchung/Behandlung und es sah auf den ersten Blick recht ansprechend aus. Aber natürlich sahen wir nicht die Leiden der Patienten, die mit einem viel bescheideneren medizinischen Standart auskommen müssen. So besuchten wir heute ein Patenkind, dessen kleiner vierjähriger Bruder mit einem offenen Rücken zur Welt kam. Er wurde bereits mehrere Male operiert, ist dennoch ab der Hüfte gelähmt und sitzt auf mehreren alten Kissen und Tüchern in einem viel zu großen Rollstuhl. Seine wachen Augen funkelten uns an und er scheint sehr aufgeweckt zu sein. Da er keine Blasenkontrolle hat, nimmt ihn kein ordentlicher Kindergarten oder Schule in Bishoftu an. Wenn ich über seine Zukunftschancen nachdenke, blutet mir das Herz. Was wird nur aus ihm, wenn er größer wird und nicht mehr von Mutter und Großmutter getragen und versorgt werden kann?
Aber wir erlebten auch wahre Patenerfolgsgeschichten: Zum Beispiel ein junger Mann, Vollwaise, der inzwischen im vorletzten Jahr an der Uni Politik und wirtschaftliche Zusammenarbeit studiert. Er hofft nach seinem Examen im nächsten Jahr in Bischoftu Arbeit zu finden.
Äthiopien hat eine sehr alte und besondere Kultur. So ist „Amharisch“  bei insgesamt ca.60 Sprachen die offizielle Nationalsprache und wird nicht mit lateinischen sondern ganz anderen Zeichen geschrieben. Die Zeitrechnung ist für uns auch ungewohnt, so beginnt der Tag morgens um 7 Uhr (Weltzeit) hier mit 1Uhr und wird dann bis 12 Uhr (18 Uhr Weltzeit) weitergezählt, bis es dann wieder mit 1 Uhr beginnt. Auch hat das äthiopische Jahr kalendertechnisch 12 gleich lange und 1 kurzen Monat. So befinden wir uns hier offiziell im Jahr 2006 - das alles kann schon zu Missverständnissen führen!
So das wäre es für heute – Denahunu (Auf Wiedersehen in Amharisch)
Euer Workcampteam