Wir sind gestärkt – durch wundervoll von den drei Ladys der Küche von Stevensons zubereitetes Essen. Das vorab.

Unser erster Arbeitstag liegt hinter uns. Ich sehe müde Gesichter, mehr oder weniger sonnenverbrannt. Bedächtiges Lächeln, erschöpft, aber glücklich.
Es ist dieses ganz besondere Lächeln, das ich selbst erlebe:

Für mich ist es Freude über die geglückten, produktiven Stunden mit den 5.- und 6.-Klässlern der Naomi-Froese-Schule. Ich denke zurück an die Neugier der gespannten Schüler, als wir gemeinsam Tischgruppen stellen, ihre Offenheit im Brainstorming zum Thema „Welche Wichtigkeit hat welcher Beruf für euch?“. Ich erinnere mich daran, ihren nach Rückversicherung suchenden Blicken beim Vortragen bestätigend zu begegnen, an ihr engagiertes Gestikulieren in der Diskussion, ihr begeistertes Danke-Klatschen im Sprechchor, als die Mittagsglocke die Einheit beendet. All dies schafft eine neue Art von Beziehung, die ich zu den Schülerinnen und Schülern dieser Einheiten aufgebaut habe, neue Einblicke, die ich in ihre Lebenswelten gewinnen durfte… ich muss noch darüber nachdenken, inwiefern genau.
Für mich ist es auch Neugier, zu hören, was unsere Arbeiter von den Baustellen zu berichten haben. Ein Graben wurde ausgehoben, Strom verlegt, der Weg den Hügel hinunter vor den Lehrerwohnungen entlang neu ausgerichtet – zufriedenes Nicken.

Es ist auch Staunen über den psychisch auffälligen, unbegreiflich freudigen Jungen, der uns bei TAPP-Besuchen im Slum wiedererkennt und Natascha in den Arm springt. ;).

Staunen über die Stärke einer TAPP-Klientin, eine HIV-positive Frau in einer 5m² kleinen Hütte, mit deren Miete sie drei Monate im Rückstand ist, der Ehemann an AIDS und Tuberkulose erkrankt, aufgrund seiner und ihrer körperlichen Schwäche gibt es momentan kein Einkommen, keinen Plan für die Zukunft, der 8-jährige Sohn vielleicht am Herumstreunen, sie selbst bloß 24 Jahre alt. Doch sie sagt, Freude empfinde sie im Austausch mit anderen TAPP-Klientinnen. Und sie empfängt uns bei sich zu Hause, kümmert sich liebevoll um ihre Kinder.

All dies lässt mich ahnen, dass auch diese Reise wieder prägen wird. Mich. Aber gerade auch die Menschen, denen ich begegne. Es soll nicht zuerst um Mich gehen. Sondern vielmehr um Begegnungen: Sehen, Zuhören, Unterstützen.
Amy

PS: Während wir in drei Zweierteams drei Schulklassen übernahmen, erweiterten deren LehrerInnen ihren Horizont an Methoden in einem Workshop mit Andy. Über die Erfahrungen dabei sicherlich bald mehr.