Sonntag, Mai 28, 2017

Safari-Bericht (26. + 27.05.2017)

Ein kleiner verspäteter Bericht zur Safari (nach dem halben Tag im Auto waren wir alle einafch zu müde ;) )

Am Freitag ging es um 07:00 Uhr für unsere internationale Reisegruppe auf den Weg: Vier Amerikaner, zwei Deutsche und ein afrikanischer Guide.

Unser erster Stop war der Rinho-Park im Nord-Westen Ugandas. Nach ca. 2,5 Stunden Fahrt, kamen wir mit großen Erwartungen vor Ort an und nach einem kurzen Briefing ging es auch schon los. Die wichtigste Regel war eigentlich nur, "Wenn ein Nashorn auf euch zu kommt, lauft und versteckt euch hinter Bäumen oder Büschen."

Das erste Nashorn begegnete uns direkt nach Beginn der Tour, ganz seelenruhig auf der "Straße", während seines Revierrundgangs. Es schien nicht sonderlich beeindruckt von uns gewesen zu sein und setzte seinen Rundgang fort ohne uns eines Blickes zu würdigen.

Nach dem wir ein paar Minuten gefahren waren, ließen wir das Auto stehen und gingen zu Fuß weiter. Den Nashorn-Pfaden hinterher, bekamen wir sogar den seltenen Anblick einer kleinen Nashorn-Familie, ca. 10 Meter von uns entfernt.

Wir streiten immernoch über die genau Zusammensetzung der Familie (Baby, Schwester, Mutter, Tante, Onkel, usw.), sind uns jedoch einig, dass zwei jüngere dabei waren. Das kleinste war fünf Monate alt und das zweite war zwei Jahre alt. Wie Kinder nunmal so sind, waren sie die ganze Zeit am spielen und toben und haben sich gegenseitig mit den Nasen in die Seite gerammt, bis die Eltern (...oder was es letztendlich auch war ;) ) genug hatten und sie voneinander trennten. Zwischenzeitlich kamen sie sogar in unsere Richtung gerannt, woraufhin wir alle erstmal ein paar Meter zurück wichen.


Den Rundgang fortgesetzt sahen wir noch ein paar weitere Nashörner die sich aufgrund der Hitze jedoch nur im Schatten aufhielten, bzw. schliefen.

Unser nächster Stop war unsere Schlafstätte, die Lodge Paraa Uganda bei den Murchinson-Falls, bei welcher wir in den Abendstunden nach einer Fahrt mit der Fähre über den Niel eintrafen. Super Zimmer, Essen und Angestellte, die für unser Wohl sorgten.

Am Samstag morgen ging es um 06:00 Uhr (bei noch finsterer Nacht) auf in die "Savanne". Das etwa 50.000 km² große Areal des National-Parks beherbergt "Die großen 5" Ugandas: Löwen, Büffel, Leoparden, Nilpferde und Elefanten. Zu unserem Glück haben wir vier der fünf gesehen und das sogar näher als gedacht, bzw. als sonst üblich.

Aus dem offenen Dach unseres Vans heraus, haben wir in der Ferne zwei Löwinnen neben dem Weg gesehen und haben uns diesen langsam und mit so leisem Motor wie möglich genähert, bis wir plötzlich zu unserem Guide riefen:"Stop, Stop. There is a Lion!"

Einen Meter neben dem Van lag eine Löwin im Schatten eines Busches und betrachtete uns mit müden Augen, als hätten wir sie aus dem Schlaf gerissen. Ein paar faszinierende Augenblicke und Fotos später gesellten sich insgesamt vier Löwinnen zusammen in die Sonne und lagen da wie Hauskatzen: Auf dem Rücken mit den Pfoten in der Luft. Einfach nur Atemberaubend!


Auf der weiteren Tour im Auto sahen wir einen wunderschönen Sonnenaufgang, Giraffen aus nächster Nähe, eine riesen Horde an Gazellen, eine Hyäne die Reste aß, Büffel, Nilpferde in der Ferne im Wasser und diversen Vögel, wie zum Beispiel einen Weißkopfseeadler und das Wappentier Ugandas: den Kronen-Kranich.


Später ging es mit dem Boot auf dem Wasserweg weiter. Hier sahen wir dann unzählige Nilpferde aus nächster Nähe mit ihren Grunzgeräuschen und die ersehnten Elefanten. Eine große Horde aus bestimmt 15 Tieren, die am Wasser stand, trank und sich mit diesem ebenfalls abkühlte. Faszinierende Tiere!

Während der Bootsfahrt sahen wir noch weitere Weißkopfseeadler und Königsfischer. Hinzu kamen noch eine kleine Gruppe von Krokodilen die sich am Ufer im Schatten der Sträucher aufhielten, von ca. 2,5 Meter länge. Als wir ihnen zu nahe kamen verschwanden sie jedoch ins Wasser und ins Gebüsch.


Die letzten Meter (oder auch Kilometer) zu den Murchinson-Falls legten wir zu Fuß zurück. Entlang von Abhängen und überragenden Aussichten auf den Wasserfall, ging es auf und ab bei unausstehlicher Hitze. Wenn hier mal absolut kein Lüftchen weht, ist die Luft so erdrückend, dass man sofort anfängt zu schwitzen.
Oben angekommen wurden wir für unsere Mühen jedoch belohnt, mit einem atemberaubenden Strom aus Tonnen von Wasser. Nach ein paar Minuten des Genießens, einigen Fotos und einem T-Shirt Wechsel am Auto ging es auf den Rückweg.


Die letzten paar Stunden im Auto waren ziemlich unbequem aber haben sich für die Eindrücke, Tiere und Fotos definitiv gelohnt!

Die Safari war ein voller Erfolg und wir sind alle lebendig bei Stevensons angekommen. ;)

LG Mathis

Tag 6 - Taufe in Kasubi (28.05.2017)

Heute ging es zum Gottesdienst und zur Taufe nach Kasubi. Wir waren in der großen Gemeinde als komplette Gruppe und genossen den Gottesdienst. Carron durfte predigen und Friedbert gab der Gemeinde ein tolles Zeugnis.

 
 

Natürlich durften wir wieder für die Gemeinde singen und uns vorstellen. Dafür hatten wir extra ein Lied geprobt um nicht unvorbereitet zu sein und es hat erstaunlich gut funktioniert.

 
 
 

Die Taufe war interessant und nicht so herzlich wie wir es aus Deutschland gewohnt sind. Das Taufbecken befindet sich in einer Art Käfig draußen auf dem Gelände, vermutlich, damit es nicht anderweitig genutzt wird. Bei uns werden die Täuflinge, wenn sie aus dem Taufbecken kommen gleich mit einem Handtuch begrüßt und herzlich umarmt. Hier war jeder auf sich gestellt. Aber so sind halt Kulturen verschieden. Es war trotzdem interessant es mit zu erleben. Ungefähr 24 Täuflinge wurden heute getauft, besonders viele aus der Slumgemeinde Kisugu, von Generous.

 

Im Anschluss fuhren wir ins indische Restaurant und mit einem Auto dann noch ins Einkaufszentrum. Danach verließ uns der Großteil der amerikanischen Gruppe. Bob bleibt uns aber noch eine Woche erhalten.


Am laufenden Band

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Samstag, Mai 27, 2017

Nächste Station - Mutungo (27.05.2017)


Heute fuhren wir in den Stadtteil Mutungo.

Diese Gemeinde ist erst nach unseren ersten Ugandaeinsätzen gegründet worden und so gewachsen, dass sie neuerdings mit zwei Gottesdiensten ungefähr 200 Personen zählen. 80 SchülerInnen besuchen die Pre- und Primary School (Kindergarten/Grundschule). Zwei Klassen werden in Containern unterrichtet! Dort konnten wir mit unseren Projektgeldern eine Erweiterung der Klassenräume schaffen.


Ein kleiner Spaziergang führte uns zum neuen TAPP-Gelände mit einer Ausbildungsstätte für 30 Schneiderinnen mit 10 Nähmaschinen. In einem zweiten Raum ist das neuste TAPP Projekt entstanden in den letzten Monaten:  10 junge Männer sowie 20 Frauen werden im Leder- & Schusterhandwerk mit einer Nähmaschine ausgebildet. Eine echte Ledernähmaschine für 200 Euro sowie eine Schneidemaschine (120) sind hier unsrer Meinung nach absolut notwendig um diese neuste Blüte der Arbeit in Mutungo voranzubringen. Wäre ein Spender unter unseren Lesern in Deutschland dazu bereit?!

 
 

Für frischen Umsatz haben einige aus unserer Gruppe gesorgt mit maßgeschneiderten Schuhen und etliche Hemdaufträgen.

Olli, Elias & Christian sorgten mit Pinsel und Farbe zumindest schon mal für eine vorrübergehende Verschönerung einiger Klassenräume.


Mit der räumlichen Erweiterung konnte heute begonnen werden. Ebenfalls auf dem TAPP-Grundstück sind sechs Wohnungen für Großmütter, deren Kinder an AIDS gestorben sind und die dort mit ihren Enkelkindern leben. Die Gemeinschaftsduschen wurden erweitert; dort durften unsere BauarbeiterInnen (Anka, Nico, Harry & Daniel), natürlich mit einheimischer Unterstützung, zur Vollendung beitragen!

 
 

Jannice, Gerhard & Friedbert besuchten vier TAPP-Familien und fünf Großmütter (eigentlich waren zwei geplant, aber es erwarteten uns auf einmal mehr).


Als erstes besuchten wir Betty: außer einer Tochter sind all ihre Kinder gestorben,  ebenso ihr Ehemann. Mit Wäsche waschen versucht sie ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Der zweite Besuch führte uns zu einem AIDS-kranken Mann, der in einer erbärmlichen Hütte aus Blech & Pappe, direkt hinter einem Müllplatz lebt. Seine Frau verließ ihn mit zwei seiner Kinder aufs Land, die anderen zwei blieben bei ihm. Er wurde überfallen, zusammengeschlagen und sein Motorradtaxi gestohlen. Seit dem hat er eine Halbseitenlähmung, seine 11 & 9 Jahre alten Kinder kümmern sich um ihn…

Zwei AIDS-kranken Schwestern galt ein weiterer Besuch, einer der Männer lebte mit ihnen und ihren sieben Kindern in einer kleinen Einzimmerwohnung. Das jüngste Kind, noch ein Baby, schlief allein im Haus, eine Kerze brannte und löste einen Wohnungsbrand aus. Dabei erlitt es furchtbare Verbrennungen an den Beinen. Der eine Fuß ist nur noch ein Stumpf und in den Kniekehlen ist die Haut so zusammengewachsen, dass es nicht laufen lernen kann, es sei denn es wird operiert.


Zuletzt besuchten wir die Großmütter mit ihren Enkelkindern, weil deren Eltern an AIDS gestorben sind. Sie waren so dankbar für die Geschenke: Nahrungsmittel, Schmuck, Kuscheltiere und Kleidung für die Enkel. Eine Taschenlampe war besonders begehrt und Gerhard ließ sie dafür Lose ziehen.


Bevor wir in unser Quartier fuhren übergaben wir der Ausbildungsleiterin etliche Stoffe, 10kg Reisverschlüsse & diverse Nähutensilien...

Kurz nach dem Abendbrot trafen unsere Safarireisenden wieder in Kampala ein, mit vielen überwältigenden Erlebnissen und Eindrücken! Was für eine Welt in die Gott uns gestellt hat!


Einen gesegneten Sonntag wünscht Euch Friedbert